Sie sind das schlechteste Team in der Easycredit Basketball Bundesliga. Und sie sind auch das schlechteste der 20 Teams im EuroCup. Der freie Fall der Veolia Towers Hamburg geht ungebremst weiter.
Gegen den rumänischen Meister U-BT Cluj-Napoka kassierten die Türme ein 76:95 (30:52). Und haben diese Saison damit alle ihre zehn (!) Pflichtspiele verloren.
Besonders bitter: Auf das Duell gegen das Team aus der inoffiziellen Hauptstadt von Transsilvanien konnten sich die blutleeren Hamburger eine ganze Woche lang vorbereiten, weil sie in der BBL spielfrei hatten. Zu sehen war davon nichts.
Wieder kassierte die schlechteste Defensive des zweithöchsten europäischen Wettbewerbs mehr als 90 Punkte! Entwicklung? Fehlanzeige …
So lagen die Gastgeber vor 1940 Fans schon nach zweieinhalb Minuten mit 2:9 hinten. Im indiskutablen zweiten Viertel ließen sie bis auf minus 23 abreißen (26:49). Vor allem EuroCup-Topscorer Daron Russell (27) spielte dabei wie in einer anderen Liga. Der kleine Bruder des ehemaligen Oldenburger BBL-Stars DeWayne Russell (31/jetzt Rio Breogan) machte in der ersten Hälfte 21 seiner 26 Punkte!
„Es ist immer die alte Geschichte bei uns“, sagte Trainer Benka Barloschky (37) frustrierter als zuvor im Interview bei Magenta. „Es gibt immer den einen Moment, wo wir das Spiel entgleiten lassen …“
Auf der Pressekonferenz legte er noch mal nach: „Wenn wir in so eine Phase kommen, verlieren wir unseren Verstand, brechen aus der Struktur aus. Manchmal sieht es so aus, als würden wir aufgeben. Das ist nicht akzeptabel. Es passiert wieder und wieder. Wir verlieren diese Spiele in einem Viertel.“
Nach der Pause schaltete Cluj-Napoka kurz in den Energiesparmodus. Ein kleiner Lauf der Towers sorgte jedoch nur kurz für Hoffnung. Dann gaben die Gäste Zwischengas und sorgten für klare Verhältnisse. Auch wenn die Towers im Schlussviertel anständig spielten und noch Ergebniskosmetik betrieben.
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Bester Hamburger war LJ Thorpe (26) mit 18 Punkten. Der Aufbauspieler leistete sich aber auch fünf Ballverluste. Andere, wie der JP Tokoto (32) scheinen ausgespielt zu haben. Der Flügelmann spielte nur vier Minuten. Ein klares Signal, dass sein Zeitvertrag Ende November nicht verlängert wird.
Doch die eigentliche Botschaft der Partie war: Es gibt Wichtigeres als Sport!
Darum hatte der verregnete, graue Abend doch etwas Gutes.
Denn er brachte dem kleinen Dean (10) und seiner Familie einen Funken Hoffnung. Der Nachwuchs-Basketballer der Towers ist an einer aggressiven Form von Lymphdrüsenkrebs erkrankt. Nur eine Stammzellenspende kann ihn retten. Die Towers hatten darum rund um die Partie zusammen mit der DKMS eine Typisierungsaktion gestartet, um einen Spender zu finden. Vor dem Spiel war sein Name mit roten Klatschpappen auf der Tribüne ausgelegt. Am Ende gaben rund 100 Freiwillige eine Probe ab.
In der Easycredit BBL geht es am Samstag (20 Uhr, Dyn) gegen die BMA365 Bamberg Baskets weiter. Dabei haben die Towers die Chance, sich für die Erstrunden-Niederlage im Pokal zu revanchieren. Parallel geht in der Halle auch die Typisierungsaktion für Dean weiter.


