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Eugen Polanski (40) versprühte Optimismus: „Wenn ich meinen Job erledige, dann bin ich nächstes Jahr Trainer. Ich wüsste nicht, warum nicht“, erklärte der Gladbach-Coach öffentlich nach dem 0:0 in Wolfsburg. Doch Fakt ist: Polanski wackelt nach nur gut sieben Monaten im Amt erheblich. Das Treuebekenntnis von Sport-Boss Rouven Schröder (50) gilt nur noch für die verbleibenden drei Liga-Spiele. Anschließend wird die Trainer-Personalie bei der Saisonanalyse ergebnisoffen diskutiert. Klar ist: Selbst der (aktuell immer noch nicht gesicherte) Klassenerhalt reicht als Job-Argument nicht aus.

Darum wackelt Polanski in Gladbach

Vor allem aufgrund von drei brisanten Wahrheiten droht Polanski im Sommer das ­Gladbach-Aus! Erstens: Er ist nicht der frei gewählte Trainer von Schröder. Der Manager hatte vergangenen November praktisch keine andere Wahl, als den von Geschäftsführung und Fans unterstützten Interimscoach zum Chef zu befördern. Bedeutet: Mit einer vorzeitigen Entlassung würde Schröder, der Polanski seitdem immer Rückendeckung gab, sein eigenes Amt nicht ankratzen. Er stünde erst bei einem Neuanfang mit alternativer Trainer-Lösung und umgerüstetem Kader unter Druck.

Zweitens: Weitere Verantwortliche und das Umfeld haben die fehlende Weiterentwicklung längst erkannt und sollen von Polanskis Qualitäten nicht mehr restlos überzeugt sein.

Drittens: Die Mannschaft wird zwar vom Trainer und seinen Anweisungen erreicht, intern soll es aber immer weniger Profis geben, die sich aktiv für Polanski einsetzen und sich für ihn aussprechen.

Was sich Polanski vorwerfen lassen muss: Sein Liga-Punkteschnitt von 1,11 stellt keine Verbesserung gegenüber seinem entlassenen Vorgänger Gerardo Seoane (47/1,13) dar. Er hat in bislang 30 Pflichtspielen keine konstant erkennbare Spielidee entwickeln können. Er beweist zu wenig Mut, unter ihm erzielte Borussia nur mangelhafte 36 Ligatore. Dazu konnte er bislang keine klare Achse etablieren, wechselte immer wieder die Formation. Viele Personalentscheidungen sollen intern für Verwunderung sorgen. So saßen einige Profis nach ordentlichen Leistungen auf einmal im nächsten Spiel auf der Bank (Tabakovic in Heidenheim, Mohya in Leipzig), auf andere wurde ohne ersichtlichen Grund plötzlich wieder gesetzt (Ullrich in Leipzig, Reyna als früher Joker gegen Mainz).

Bei den meisten Stars wie Franck Honorat (29) ist die Entwicklung in dieser Spielzeit rückläufig. Insgesamt ist die Abhängigkeit von den beiden Leistungsträgern Moritz Nicolas (28) und Haris Tabakovic (31) zu groß.

Noch allerdings sind die Verantwortlichen von Polanski nicht komplett abgerückt. Im Verein besteht die Resthoffnung, die langfristige Zukunft erfolgreich mit dem Trainer-Eigengewächs bestreiten zu können. Eine vorzeitige Trennung von Polanski (Vertrag bis 2028) und eine Neuanstellung würden den klammen Klub zudem viel Geld kosten. Polanski selbst hofft noch, dass er mit einer Sommer-Vorbereitung sowie einem fitten und runderneuerten Kader seine Ideen implementieren kann. Um die Chancen darauf zu erhöhen, bleiben ihm aber nur noch drei Spiele.

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