Ein Übersteiger in höchstem Tempo, dann ein überlegter Pass durch den Strafraum. Weltstar Mo Salah (33) musste nur noch einschieben. Schon nach 14 Minuten ließ Hugo Ekitiké (23) mit einer tollen Vorlage bei seinem Heimdebüt für den FC Liverpool beim 3:2-Testsieg gegen Bilbao sein Können aufblitzen. Am ersten Spieltag der Premier League traf der Franzose gegen Bournemouth (4:2) dann selbst. Spätestens da war den Fans klar, warum die „Reds“ für den Franzosen 95 Millionen Euro an Eintracht Frankfurt überweisen.

Für die Hessen um Sport-Vorstand Markus Krösche (44) war es der dritte Mega-Transfer eines Angreifers in weniger als zwei Jahren. Im Winter brachte Omar Marmoush (26/zu Manchester City) 80 Mio. Euro – Randal Kolo Muani (26/PSG) im September 2023 sogar 95 Mio. ein. Beide Stürmer waren zuvor ablösefrei gekommen. Diese Transfer-Erfolge führten Eintracht zurück in die Champions League – stellen den Klub aber gleichzeitig auch vor große Herausforderungen!

Eine davon: Die Konkurrenz verändert ihr Verhalten in Verhandlungen mit Eintracht immer mehr. Will Krösche einen Spieler, verlangt das Gegenüber – aufgrund der hohen Frankfurter Transfer-Erlöse – plötzlich deutlich mehr.

„Wir machen keine Wahnsinnsdinge mit. Deswegen darf die Erwartungshaltung von Vereinen, die mit uns verhandeln, auch nicht die sein, zu sagen: ‚Sie haben einen größeren Scheck eingenommen, jetzt sind sie auch bereit, einen größeren zu zahlen.‘ Diese Erwartung würde ich besser nicht haben, wenn ich mit Markus Krösche an den Verhandlungstisch gehe“, steuert Axel Hellmann (53) jetzt in SPORT BILD entschieden entgegen.

Der Vorstandssprecher stellt fest, dass selbst bei Verkäufen von Eintracht Klubs wegen des vermeintlich prall gefüllten Frankfurter Geldspeichers mittlerweile andere Methoden an den Tag legen. Mit Hrvoje Smolcic (24/Anderlecht) und Aurélio Buta (28/Panathinaikos) platzten gleich zwei Deals, weil nach den Medizinchecks – trotz ohnehin schon geringer Ablösen – noch nachverhandelt werden sollte.

Ohnehin gestaltet sich die Einnahmen-Seite in Frankfurt trotz der Mega-Transfers der Top-Stürmer Kolo Muani, Marmoush und Ekitiké sehr komplex. Und es wird immer deutlicher, warum der Vorstand um Hellmann und Krösche im vergangenen Jahr so auf die im Februar durchgesetzte Kapitalerhöhung (vorerst rund 25 Mio. Euro) gedrängt hatte. So wird sichergestellt, dass immer flüssiges Geld für die Lizenzierung der DFL vorhanden ist. SPORT BILD weiß: Das Eigenkapital des Klubs beträgt aktuell rund 65 Mio. – von der Ekitiké-Kohle ist dort noch nichts eingeflossen.

Und es werden am Ende in Frankfurt auch viel weniger als die angenommenen 95 Mio. Euro ankommen.

Nach SPORT BILD-Infos mussten 16 Millionen aufgrund einer Beteiligung an Ex-Klub Paris abgegeben werden. Weitere 16 Mio. gingen an Ekitiké und dessen Berater, darunter Bruder Karl Mwalako Buchmann. Bedeutet: In Frankfurt landen insgesamt nur etwas über 60 Millionen. Da diese auf drei Jahre aufgeteilt werden, flossen bisher sogar lediglich rund 20 Mio. von Liverpool an den Main. Übrigens: Auch die Marmoush-Kohle (80 Mio.) kam nicht auf einmal, sondern fließt ebenfalls über drei Jahre verteilt.

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Quelle: BILD

Das zeigt, mit wie viel Geld Eintracht wirklich planen kann und dass für neue Transfers weniger vorhanden ist, als viele aufgrund der Mega-Einnahmen denken. Vor allem, weil Eintracht durch die gezogenen Kauf-Optionen für die beiden Abwehr-Anführer Arthur Theate (25/rund 13 Mio.) und Rasmus Kristensen (28/6 + 2,5 Mio.) bereits mit rund 20 Mio. in Vorleistung ging. Auch deswegen verhandelte Krösche bei den beiden Wunsch-Transfers Jonathan Burkardt (25/21 + zwei Mio.) und Ritsu Doan (27/21 + eine Mio.) hart um jede Million.

Eine weitere große Investition hatte Eintracht bereits davor getätigt – die Vertragsverlängerung von Nationalspieler Robin Koch (29). Dem Co-Kapitän konnte Eintracht auch finanziell so eine gute Perspektive bieten, dass er ein Top-Angebot aus Leverkusen ablehnte. Dafür wurde nicht nur die vorherige Ausstiegsklausel (20 Mio.) durch ein Handgeld in Millionenhöhe abgekauft, der Innenverteidiger verdient aktuell gut 3,5 Mio. Grundgehalt, was im Erfolgsfall auf sechs bis sieben Millionen anwachsen kann. Auch die beiden Neuzugänge Burkardt und Doan könnten deutlich über fünf Mio. im Jahr einstreichen.

Natürlich führt das intern zu erhöhten Ansprüchen. „Wir wollen uns als Nummer fünf in der Bundesliga etablieren”, erklärt Krösche in SPORT BILD. Das wäre in jedem Jahr mindestens die Europa League, im besten Fall sogar die Königsklasse. Dort, wo auch Eintrachts ehemalige Millionen-Stars Ekitiké und Marmoush jetzt spielen …

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