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In „Letzte Kurve – der F1-Check“ nimmt Konstantin Rek das vergangene Formel-1-Rennwochenende genauer unter die Lupe. Was stach heraus, was überraschte oder enttäuschte, was war kurios?

War das der Auftakt für einen ganz heißen Formel-1-Sommer?

Mit diesem Ergebnis hat wohl keiner so richtig gerechnet. Ja, Lewis Hamilton (41) hat in den letzten Wochen seine gute Form immer wieder präsentiert. Doch bei seinen zweiten Plätzen in Kanada und Monaco hatte er nie eine richtige Chance auf den Sieg. Der Turnaround jetzt in Barcelona! Am Freitag noch verhalten – Toto Wolff unterstellte Ferrari Sandbagging – kratzte der Brite im Qualifying bereits an der Pole, bevor am Sonntag die Kombination aus der Scuderia und Hamilton unschlagbar war. Der Wahnsinn!

Ein perfektes Rennen: eine starke Pace, eine aggressive Strategie, fehlerfreie Boxenstopps und ein wenig Glück. Allerdings erzwang das Ferrari schon am Start. Die Entscheidung, Hamilton auf weichen Reifen zu starten, zwang die Konkurrenten auf Medium-Reifen aus Angst vor dem Undercut zu einem frühen Reifenwechsel. Ein sehr früher Wechsel auf den härteren Reifen. So waren die Roten schon jetzt in einer strategisch besseren Position, hatten noch einen Satz mehr frische, härtere Reifen in petto.

Dass sie das gar nicht gebraucht haben, lag am Virtual Safety Car. Allerdings ist sich Ferrari sicher, man hätte auch ohne das VSC gewonnen. Beeindruckend war davor die Pace von Hamilton im Mittelstint auf den gelben Pneus. Er flog über den Circuit de Catalunya. Es erinnerte an alte Mercedes-Tage, als der siebenfache Champion einfach keinen Reifenverschleiß zu haben schien. Unglaublich!

Norris: „Wir haben Glück, dass Ferrari…“

So schnell kann es in der Formel 1 gehen. Noch letzte Woche erklärte ich den WM-Kampf für beendet. Doch durch den Ausfall von Kimi Antonelli (19) sind es nur 41 Punkte Rückstand für Hamilton – alles offen! Und: Nach dem hervorragenden Update in Barcelona darf Ferrari wohl auch auf der Motorenseite mehr nachlegen als Mercedes – womöglich schon in Österreich. Lando Norris warnte bereits: „Wir haben Glück, dass Ferrari im Moment keinen besseren Motor hat. Hätten sie einen besseren Motor, würden sie dominieren. Was die Kurvenperformance angeht, sind sie im Moment eine Klasse für sich.“

Das Momentum ist ganz klar auf Rot – zulasten von Silber. Mercedes erlebte laut Wolff ein „Scheißrennen“. Klar: Erstmals in dieser Saison kein Sieg, die internen Duelle gehen weiter und haben wertvolle Zeit gekostet. Doch das größte Problem ist die Zuverlässigkeit, es soll sich immer wieder um die Batterie drehen. Nach Russells Dauerpech hat es nun Antonelli erwischt. So wird Hamilton mit Ferrari schneller aufholen, als es den Silberpfeilen lieb ist.

Mercedes verlor durch das eigene Duell viel Zeit

Foto: Getty Images

Dennoch reist Antonelli als heimlicher Mercedes-Sieger aus Barcelona ab. Den erhofften Befreiungsschlag für Russell gab es nicht. Trotz eines schwierigen Wochenendes war der Italiener im Rennen wieder der schnellere Fahrer. Wird Hamilton nun zur Dauergefahr, muss Mercedes das auch eingestehen. Wolff: „Wenn man mit Ferrari jetzt einen echten Gegner in der WM hat, dann muss man vielleicht auch manchmal den Schnelleren ziehen lassen.“ Ist das schon eine Stallorder-Ankündigung?

Kurioses Aus für Hülkenberg

Der größte Pechvogel des Wochenendes ist allerdings Nico Hülkenberg. Nach einem tollen Qualifying lag der Deutsche klar auf Punkte-Kurs, bis ein verrückter Zufall seinen Audi lahmlegte. So fuhr er im Duell mit Liam Lawson knapp hinter dem Neuseeländer. Als Lawson dann minimal ins Kies fuhr, trafen die Steine den Audi. Problem: Ein Kieselstein traf den Not-Schalter, den sogenannten „Kill-Switch“, das Auto schaltete sich komplett aus. Ein Riesenpech: „Der Renngott will wohl noch nicht, dass wir punkten.“

Die nächste Chance dafür bietet sich in Spielberg (28.6.). Gibt es dort auch die nächste Hamilton-Show? Das Feuer im Briten ist auf jeden Fall geweckt, die Titelmission geht jetzt so richtig los. Ferrari is back – und der König ist zurück!

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