Er ist wieder da – hat aber einen langen und steinigen Weg hinter sich. Bayern-Star Alphonso Davies (25) ist nach Kreuzbandriss und Knorpelschaden im rechten Knie wieder mittendrin. Nach seiner Verletzung bei der kanadischen Nationalmannschaft am 23. März 2025 kehrte der Linksverteidiger 261 Tage später bei seiner Einwechslung gegen Sporting (3:1) in der Champions League auf den Platz zurück.
Alphonso Davies: „Was zur Hölle?!“
Wie schlimm seine Leidenszeit war, enthüllt Davies jetzt in der neuesten Ausgabe des Bayern-Klubmagazins „51“. Davies über den Moment der Horror-Verletzung im Spiel um Platz 3 der Concacaf Nations League (2:1 gegen die USA): „Ich hörte, wie es dreimal klick machte. Mein ganzes Bein wurde taub, vom Knie bis zum Knöchel.“ Und doch spielte er für eine kurze Zeit weiter. Davies: „Ich war voller Adrenalin, hatte kaum Schmerzen. Aber als ich sprinten wollte, wusste ich, irgendwas stimmt nicht. Ich dachte nur: Was zur Hölle …?!“
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Dann der Schock. Davies: „Als ich die Diagnose hörte, ging die ganze Energie aus meinem Körper.“ Und weiter: „Nach der OP wachte ich auf, sah mein Bein und konnte nicht glauben, was passiert ist. Dann kamen die Fragen: Werde ich wieder derselbe sein? Werde ich wieder spielen? Was ist, wenn …?“ Die Gefühle übermannten ihn: „Beim ersten Duschen nach der OP kamen alle Emotionen hoch. Ich bin in Tränen ausgebrochen.“

Hier verletzte sich Alphonso Davies (25) im Zweikampf mit USA-Spieler Patrick Agyemang (25)
Davies: „Geist wird müde und sagt: Ich will nicht mehr“
Davies beschreibt, wie sehr er anfangs litt: „Ich hatte Schmerzen, konnte mein Bein nicht beugen, konnte sechs, sieben Wochen lang nicht gehen. Nachts schlief ich kaum, wachte schweißgebadet auf.“ Und weiter: „Mental war die Heilung härter als körperlich. Nicht genau zu wissen, wie lange du raus bist. Nicht spielen zu können. Jeden Tag dasselbe tun zu müssen … Irgendwann wird dein Geist müde und sagt: Ich will nicht mehr.“
Doch Davies gab nicht auf: „Ich sagte mir: Ich kann hier sitzen und mich schlecht fühlen – oder ich kann positiv bleiben und kämpfen. Und das tat ich. Ich wusste: Jammern bringt nichts.“ Davies verrät, was er speziell aus der schlimmen Zeit mitnimmt: „Was ich vor allem gelernt habe: Geduld.“
Davies‘ Fazit: „Ich weiß jetzt, dass ich nichts für selbstverständlich nehmen kann. Wenn ich heute auf dem Rasen bin, gebe ich noch mehr als vor meiner Verletzung. Ich freue mich, den Sport zu spielen, den ich liebe. Mit Menschen, die ich mag. Draußen zu sein, zu kämpfen, zu gewinnen.“

