Ansu Fati (22) will Spielpraxis sammeln. Der FC Barcelona ist bereit, ihn abzugeben. Mit dem FC Sevilla hätte sich offenbar auch ein Interessent gefunden. So weit, so gut. Doch der Transfer wird wohl trotzdem nicht zustande kommen, wie spanische Medien berichten.
Der Grund: [–>Der Wechsel von Fati fällt einem langjährigen Streit zwischen den beiden Vereinen zum Opfer. Ausgangspunkt ist der „Fall Negreira“.
Der Schiedsrichter-Skandal in Spanien
Zwischen 2001 und 2018 soll Barcelona 7,7 Millionen Euro an den ehemaligen Vizepräsidenten der spanischen Schiedsrichter-Kommission, José Maria Enríquez Negreira (79), gezahlt haben. Während der spanische Top-Klub und Negreira eine geschäftliche Beziehung bestätigten, wiesen beide die Bestechungsvorwürfe aber zurück. Negreira habe nach eigenen Angaben nur „normale“ Beratungsdienste erbracht, die entsprechend honoriert worden seien.
Den Katalanen drohte der Ausschluss aus dem Profifußball. Doch das Gericht in Barcelona hob die Anklage gegen den Verein auf. Was blieb, war ein Rosenkrieg mit Sevilla. Der andalusische Verein hatte gehofft nämlich öffentlich auf eine Strafe!
„Die Schwere der aufgedeckten Fakten, die Fragen über die Integrität der Wettbewerbe in Spanien aufwerfen, veranlasst uns, den spanischen Fußballverband und die Liga zum Eingreifen aufzufordern“, hieß es damals auf der Sevilla-Webseite.
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Seitdem ist das Verhältnis zwischen den beiden Klubs zerrüttet. Es gibt keine offizielle Kommunikation. Die ansonsten traditionellen Essen zwischen Mitgliedern der Klub-Führungen im Vorfeld einer Partie finden nicht statt. 2023 weigerte sich die Sevilla-Delegation, das Spiel gemeinsam mit den Barça-Offiziellen in derselben Loge zu verfolgen.
Auch Barça-Boss Joan Laporta (61) hat die Vorfälle nicht vergessen. Er legte jetzt sein Veto gegen den Transfer ein, gegen einen Verein, der Barcelona nicht respektiere, so der Präsident.
Denn auch bei der gescheiterten Registrierung von Dani Olmo soll der FC Sevilla federführend gewesen sein und massiven Druck auf die Liga ausgeübt haben.
Dennoch: Eine weitere Leihe wäre für Fati dringend notwendig, ein Wechsel innerhalb der Liga die Eingewöhnungszeit verkürzen. Außerhalb Spaniens wird der Nationalspieler als mögliche Verstärkung für Aston Villa und Tottenham gehandelt, ein offizielles Angebot liegt aber bisher nicht vor, wie spanische Medien berichten.
Fatis vielversprechende Karriere erlitt im November 2020 einen großen Rückschlag, als er sich eine schwerwiegende Meniskusverletzung zuzog. Fast ein Jahr musste er pausieren, danach fand er nicht mehr zu seiner alten Form zurück. Es folgte eine Leihe auf der Insel bei Brighton, dort konnte er nicht überzeugen.
Auch Trainer Hansi Flick (59) setzte bislang nicht auf Fati, der wettbewerbsübergreifend nur auf sieben Einsätze (158 Minuten) kam. Zeit für einen Wechsel, nach Sevilla wird es allerdings sicher nicht gehen!

