18 Stunden im Mannschafts-Bus für 60 Minuten Handball plus 15 Minuten Pause. Die Handball-European-League ist oft kein Reisespaß für die Teilnehmer, in diesem Fall für Tatran Presov.
Im zweiten Spiel der Gruppenphase gewinnt die TSV Hannover-Burgdorf aus der Daikin Handball-Bundesliga ungefährdet 40:28 (22:15) gegen die Slowaken, die sich nach der Niederlage auf die elfstündige Busreise in die Heimat machen. Für die Anreise aus Bratislava brauchten sie sieben Stunden.
Handball-Nationalspieler mit Kurz-Comeback
Schöne Überraschung schon beim Warm-up vor der Partie. Nationalspieler Renars Uscins steht nach seiner Verletzung am Handgelenk des linken Wurfarms bei Hannover-Burgdorf wieder mit auf der Platte.
Zum Einsatz kommt der rechte Rückraumspieler ab der 16. Minute, 120 Sekunden später trifft er zum 11:8. Damit ist Uscins rechtzeitig zurück für große Duell am Sonntag (16.30 Uhr, live bei Dyn/Anzeige) gegen den SC Magdeburg.
Das erste Tor des Abends erzielt der unrasierte Marian Michalczik, im Tor der Gastgeber beginnt der Däne Simon Gade, der zuletzt beim 30:33 bei GWD Minden ohne Parade von der Platte ging. Nach nicht mal acht Minuten führen die Gastgeber 5:2, Gade hat da schon vier gehaltene Bälle auf dem Konto.
Gelächter in der Swiss-Life-Hall in der 10. Minute. Das Spielgerät fliegt nach einem Lattentreffer über das Fangnetz von Presovs Tor, ein Zuschauer will den geharzten Ball über das Netz zurück auf das Feld werfen und scheitert damit bei vier Anläufen. Die Schiedsrichter-Gespann aus dem Kosovo muss sogar ein Time-out pfeifen.
Nach der Pause nutzt Hannover-Burgdorfs Trainer Christian Prokop die deutliche Führung für Rotation und Belastungssteuerung. Sogar Bela Wellmann aus der Viertliga-Reserve bekommt auf Rechtsaußen Spielzeit. Er trifft zum 37:26 (55.), die ganze Bank springt auf und jubelt.
Für erneutes Gelächter sorgen die Schiedsrichter in der 45. Minute. Sie zeigen Uscins nach Einwand des technischen Delegierten aus Tschechien Gelb, weil er sich vor der Bank stehend warmhält.
THW Kiel – KPR Ostrovia Ostrow 34:21 (16:9)
Der deutsche Pokalsieger und Rekordmeister hat keine Mühe mit dem Gegner aus Polen, bereits zur Pause ist das Ding so gut wie durch. In der neunten Minute steht es 4:4. Kiel drückt das Gaspedal durch, 17 Minuten später führt der THW 13:4 und zur Pause 16:9. Der Rest spielt der Ostsee-Klub locker nach Hause.


