Die Pokal-Sensation beim „BMW Top Four“ in München. Nicht die zwei großen „Bs“ des deutschen Basketballs, Bayern oder Berlin, triumphierten im Finale – sondern überraschend standen die BMA365 Bamberg Baskets nach dem 74:72 im SAP Garden am Ende im goldenen Flitter.
Doch nicht nur bei uns ging es an diesem Wochenende um den „Pott“. Alle neun großen europäischen Ligen nutzen die Unterbrechung der Euroleague und den Beginn der Länderspiel-Pause, um ihre traditionsreichen Pokal-Endrunden auszuspielen. Die größte Überraschung gab es dabei jedoch bei uns durch den Tabellensiebten der Easycredit BBL. Denn der Topfavorit FC Bayern ging in seinem eigenen Wohnzimmer leer aus. Und Trainer Svetislav Pešić (76) gestand nach der verrückten Verlängerung gegen den Außenseiter: „Das habe ich so noch nicht erlebt.“
In den anderen acht nationalen Pokal-Wettbewerben setzte sich einer der insgesamt 19 Vertreter aus der Euroleague gegen die Konkurrenz durch. Auch wenn Bayerns Neno Dimitrievic (27) nach dem Halbfinal-Aus gegen Bamberg feststellte: „Im Pokal gibt es keine Favoriten.“
Euroleague dominiert europäische Pokal-Wettbewerbe: Nur der FC Bayern geht leer aus …
Tatsächlich erlebten neben den Bayern auch andere Vertreter der Königsklasse eine Enttäuschung. Theoretisch wären in Spanien, Griechenland, Serbien, Italien, Israel und der Türkei reine Euroleague-Endspiele möglich gewesen – am Ende gab es aber nur zwei: im traditionsreichen „Copa del Rey“ in Spanien sowie in Griechenland.
Für das „Sensatiönchen“ in Spanien sorgte Baskonia Vitoria-Gasteiz, wo sich der 18. der Euroleague gegen Favorit Real Madrid mit 70:67 durchsetzte. In Griechenland triumphierte Panathinaikos Athen im Prestige-Duell gegen Olympiacos Piräus mit 79:68. Dabei war NBA-Rückkehrer Nigel Hayes-Davis (31), der gerade erst von den Phoenix Suns nach Europa zurückgekehrt ist, mit 15 Punkten auf Anhieb Topscorer und sorgte beim kriselnden Traditionsklub für Erlösung.
Neben den Bambergern feierten an diesem Wochenende noch zwei weitere Deutsche: Ex-NBA-Profi Daniel Theis (33) holte mit der AS Monaco den französischen Titel (103:79 gegen Le Mans Sarthe Basket). Der Welt- und Europameister überzeugte dabei mit 15 Punkten und 9 Rebounds. Nationalmannschaftskollege Maodo Lo (33) triumphierte in Litauen mit Zalgiris Kaunas (101:85 gegen Rytas Vilnius).
Theis hatte zuletzt 2017 mit Bamberg einen Pokal-Titel geholt. Danach wechselte der Welt- und Europameister zu den Boston Celtics. Nun gratulierte er per Instagram auch seinem Ex-Klub.

