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Der deutsche Rekordmeister lebt weiter seinen Titeltraum – und greift nach 100.000 Euro Siegprämie sowie dem Ticket für die Champions League. Im Halbfinale der European League bezwingt der THW Kiel den französischen Pokalsieger Montpellier mit 29:28 (15:12).

Handball-Krimi! Siebenmeter-Drama: Wolff-Wahnsinn rettet Kiel!

Die Kieler mit der kürzesten Anreise nach Hamburg, für die knapp 100 Kilometer benötigte der THW trotzdem 135 Minuten am Freitag. Es stockte – und das nicht nur auf dem Asphalt, sondern auch auf dem PVC-Boden. Lag es an der für alle ungewohnten Anwurfzeit um 12.30 Uhr? Kiel drehte deshalb an der Uhr, Frühstück deshalb bereits um 7.30 Uhr. Um 10 Uhr gab’s einen weiteren Energie-Boost – Spaghetti/Bolognese für die, die wollten.

Foto: Dyn

Rein ins Halbfinale: Der THW, der auf Montpellier bereits in der Vorrunde zweimal traf und beide Duelle gewann (32:30, 27:18), will Revanche für das Vorjahr nehmen. 2025 unterlagen die Norddeutschen den Franzosen im Halbfinale unglücklich (31:32). Kiels Nationaltorwart Andreas Wolff (35) vor der Partie: „Wenn wir das Maximale aus uns herausholen, dann können wir auch den Titel gewinnen.“ Wolff, nach Besuch beim Friseur deutlich kurz geschoren, ist im Angriffs-Modus. „Super-Andi“ läuft heiß, ärgert die Franzosen – Kiel plötzlich fünf Tore vorn (15:10/26.).

Wolff hält – und das ist auch dringend nötig! Denn der Kieler Angriff agiert oft zu langsam, mit zu vielen Fehlern und Ballverlusten. Fehlt die Kraft nach der langen Saison? „Wir spielen nicht den besten Handball, aber es läuft okay. Wir müssen aber mehr mit Tempo spielen“, fordert der verletzte Emil Madsen (25; Knie) zur Pause. Der Däne fehlt ebenso wie Elias Ellefsen á Skipagøtu (24; Schulter) im Angriff. Die THW-Offensive ohne Dynamik und Überraschungsmomente.

Handball-Euro-Krimi gegen Montpellier: Wolff rettet Kiel Finaleinzug

Das bleibt auch nach der Pause so, Montpellier nutzt die Harmlosigkeit und dreht das Spiel (20:18/41.). Kiels Trainer Filit Jicha tritt auf die Bremse – Auszeit. Der Tscheche schärft die Sinne seiner Stars. Plötzlich läuft es besser, Kiel holt sich die 2-Tore-Führung (23:21/48.) zurück. Die 11.023 Zuschauer erleben einen Handball-Krimi: Der Wolff-Wahnsinn macht’s möglich. Die Franzosen lassen gegen den deutschen Nationaltorhüter 6 von 7 Siebenmetern liegen. Kurios: Auch Kiel mit Grusel-Quote, netzt nur einen von vier.

Es bleibt spannend, die Franzosen gleichen erneut aus (28:28/58.). Nervosität auf dem Feld und den Tribünen. Jicha nimmt seine letzte Auszeit, bespricht den letzten Angriff. Eric Johansson nimmt sich ein Herz – und trifft. Finale! Denn den letzten Angriff der Franzosen stoppt Wolff mit einer Doppelparade. Wolff-Wahnsinn! Weltklasse!

Wolff glücklich: „Ich war mir vorher sicher, dass wir Montpellier schlagen können. Wir hatten in der zweiten Halbzeit ein paar Probleme. Aber wir haben nicht aufgegeben, haben Mentalität gezeigt. Im Finale müssen wir aber eine bessere Leistung bringen.“ Und der Keeper verrät: „Wir haben die Siebenmeter in den letzten beiden Trainings geübt.“

Im Endspiel am Sonntag (18 Uhr, DAZN und Dyn live) trifft Kiel auf den Sieger des deutschen Duells Flensburg gegen Melsungen (15.30 Uhr, DAZN und Dyn).

Enttäuschend: Am Tag vor der Entscheidung über das Olympia-Referendum in Hamburg suchte man Senatsmitglieder einmal mehr inmitten der sportbegeisterten Fans vergeblich. Inactive City…

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