Webulls Listing-Deal über 7 Milliarden US-Dollar zeigt, dass der Spac-Wahnsinn noch nicht vorbei ist

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Gesucht: Investoren eines chinesischen Online-Brokerunternehmens. Keine Finanzberichte angegeben. Es muss in Ordnung sein, Geld in eine potenziell volatile Aktie zu investieren und kein Stimmrecht zu haben.

Bei dem Unternehmen handelt es sich um Webull, eine Einzelhandelsplattform für den Aktienhandel, die von Wang Anquan, einem Veteranen der chinesischen Technologiegiganten Alibaba und Xiaomi, gegründet wurde. Es gewann im Jahr 2021 auf dem Höhepunkt des Meme-Aktienhandelsrauschs an Popularität, als Amateurhändler zum provisionsfreien Handel dorthin strömten.

Das Unternehmen soll nun an der Nasdaq an die Börse gehen, nachdem es einer Fusion mit einer Zweckgesellschaft zugestimmt hat. Der Deal mit SK Growth Opportunities wird voraussichtlich rund 100 Millionen US-Dollar einbringen, was dem Unternehmen eine implizite Unternehmensbewertung von 7,3 Milliarden US-Dollar beschert.

Es ist eine aussagekräftige Zahl, die den Aktionären von SK Growth zu denken geben sollte.

Laut PitchBook-Daten erreichte Webull im Jahr 2021 eine Post-Money-Bewertung von rund 3,6 Milliarden US-Dollar. Der starke Bewertungssprung würde eintreten, selbst wenn der Einzelhandelswahn nachgelassen hat und höhere Zinssätze viele Technologieunternehmen gezwungen haben, Geld zu deutlich niedrigeren Bewertungen aufzunehmen.

Eine Art Finanzbericht wäre hilfreich, um festzustellen, ob dieser Bewertungssprung gerechtfertigt ist. An seine Stelle traten einige handverlesene Nummern. Das Unternehmen gab an, Ende 2023 über 4,3 Millionen finanzierte Konten zu verfügen, was einer Steigerung von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Das Unternehmen ist in 15 Regionen weltweit tätig und verwahrt Vermögenswerte in Höhe von rund 8,2 Milliarden US-Dollar. Im vergangenen Jahr wickelte das Unternehmen fiktive Aktienvolumina im Wert von 370 Milliarden US-Dollar ab und 430 Millionen Optionskontrakte wurden auf seiner Plattform gehandelt.

Zum Vergleich: Robinhood hat eine Marktbewertung von 14 Milliarden US-Dollar, verfügt über 23,4 Millionen finanzierte Konten und verwahrt Vermögenswerte in Höhe von 102,6 Milliarden US-Dollar.

Webull erwähnte weder Umsatz noch Gewinn. Branchendaten zur Bezahlung von Auftragsströmen (PFOF) können jedoch etwas Licht in Ersteres bringen. Provisionsfreie Handelsplattformen wie Webull und Robinhood verlassen sich teilweise auf PFOF, um ihr provisionsfreies Geschäftsmodell zu finanzieren. Dabei verkaufen Makler Kundengeschäfte an Market Maker im Großhandel.

Nach Angaben des Beratungsunternehmens Alphacution hat Webull im vergangenen Jahr PFOF in Höhe von 159,2 Millionen US-Dollar aus Aktien und Optionen eingesammelt. Das ist ein Rückgang von 251,7 Mio. US-Dollar im Jahr 2022 und 207 Mio. US-Dollar im Jahr 2021.

Dann ist da noch die Governance zu berücksichtigen. Die bestehenden Webull-Aktionäre werden über eine Aktienstruktur mit zwei Aktienklassen 98,1 Prozent des neuen Unternehmens besitzen und alle Stimmrechte kontrollieren. Ein geringer Streubesitz – etwa 10 Mio. Aktien von 785,2 Mio. ausstehenden Aktien – könnte die Aktie für einen volatilen Handel bereiten.

Anleger von SK Growth können ihr Geld vor der Fusion abheben, wenn ihnen das gewählte Zielunternehmen nicht gefällt. Hohe Anlegerrücknahmen haben eine Reihe von Spac-Fusionsgeschäften zum Scheitern gebracht. Mehr als die Hälfte der SK Growth-Aktien wurden im Dezember zurückgenommen. Seien Sie nicht überrascht, wenn weitere Investoren folgen.

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