Alles sprach gegen Aufsteiger Science Jena. Und dennoch holen sie mit einem irren Finish den Sieg beim Basketball-Tabellenführer Gladiators Trier.
Nach der deutlichen Niederlage am Montag im Pokal-Viertelfinale in Berlin war Jenas Coach Björn Harmsen nicht begeistert über die Ansetzung. „Innerhalb von 48 Stunden das nächste harte Spiel. Und dann müssen wir einmal quer durch die Republik anreisen. Das ist keine gute Spielansetzung. Wir haben das auch angemerkt. Aber wir können nichts machen.“
Ist dieser Trick legal?: Basketballer verschwindet plötzlich und trifft!
Doch seinem Team ist das offenbar egal. Als hätte es das Spiel in Berlin gar nicht gegeben, dominieren sie Trier in der zweiten Hälfte. Führen in der 32. Minute mit satten 18 Punkten (84:66).
Das Ding ist durch. Eigentlich. Doch die Gladiators kämpfen sich irgendwie zurück, sind nach einem wilden Dreier von Roland bis auf fünf Zähler dran (88:93). Und noch sind 136 Sekunden auf der Uhr …
Und fünf Sekunden vor Schluss geht Trier tatsächlich durch einen Korbleger von Nolan Adekunle 94:93 Führung. Der Sieg? Nein! Denn 5,6 Sekunden können verdammt lang sein.
Und Jenas Eric Washington hat die Antwort parat: Wurf aus der Ecke mit 0,9 Sekunden auf der Uhr. Der Ball segelt durch die Luft, die Uhr springt auf null. Und die Kugel rauscht zum 95:94-Sieg durch die Maschen. Und die 5300 Fans in der SWT Arena verstummen.
Eric Washington danach erleichtert bei Dyn: „Als der Ball in der Luft war, zog die ganz Saison an meinem Auge vorbei. Ich dachte wirklich nicht, dass er reingehen würde. Es fühlte sich nicht so an.“[–>
Dass sein Team einen hohen Vorsprung verspielte, hat Washington nicht überrascht: „Die stehen ja nicht umsonst da oben. Die Stimmung hier ist gut, sie sind ein gutes Team. Wir wussten, dass sie nochmal zurückkommen würden. Ich bin froh, dass wir das Ding doch noch gewinnen konnten.“
Beste Spieler: Jordan Roland (Trier/ 20 Punkte), Joe Wieskamp (Jena/ 19 Punkte)


