Die große Grundsatz-Diskussion im Basketball. Wird in der Easycredit BBL zu hart gespielt? Lassen die Schiedsrichter zu viel laufen?
Towers-Trainer Benka Barloschky (36) hatte vor dem Spiel gegen die MHP Riesen Ludwigsburg den kompromisslosen Defensiv-Stil seines Kollegen John Patrick (56) kritisiert.
„Es ist immer am Rande des Fouls. Man könnte so gut wie in jeder Possesion ein Foul pfeifen an irgendeiner Stelle. Aber das machen die Schiedsrichter natürlich nicht. Du kannst ja nicht 60 Fouls im Spiel pfeifen.“ Und: „Wenn Ludwigsburg mit dem Stil im EuroCup spielen würde, dann hätten die in der ersten Halbzeit keine Spieler mehr zur Verfügung!“
Nach der folgenden 66:73-Niederlage legte der Hamburger am Wochenende sogar noch mal nach: „Das ist ein super destruktiver Stil. Das gehört auch zur Wahrheit. Ich persönlich bin kein großer Freund davon und glaube, dass das nichts mit Basketball zu tun hat.“ RUMMS!
Doch jetzt bekommt der Norddeutsche Gegenwind!
Ludwigsburgs Boss Alexander Reil (56) will die brisanten Sätze nicht unkommentiert stehen lassen.
BBL: „Völliger Schwachsinn“: Ludwigsburg-Boss Alexander Reil kontert Towers-Kritik am Spiel-Stil
„Ich finde diese Äußerungen einfach deplatziert“, stellt Reil klar.
„Deplatziert gegenüber den Schiedsrichtern, weil es diese zum großen Teil auch diskreditiert. Deplatziert gegenüber dem Ansehen der BBL, wenn man eine solche Diskussion führen möchte, dann sollte man sie zunächst intern führen. Und die Aussage, Ludwigsburg würde im EuroCup keine Halbzeit überstehen, ist einfach völliger Schwachsinn. Wir haben schon EuroCup gespielt, da war der noch Student und kein Trainer.“
Tatsächlich spielten die Riesen zum ersten Mal 2007/08 im zweithöchsten europäischen Wettbewerb. Und unter Patrick in der Saison 2015/16, als sie 10 von 16 Spielen gewannen. Barloschky (diese Saison in Europa 3 Siege/9 Pleiten) fing im selben Jahr als Co-Trainer der Towers in der zweiten Liga (ProA) an.
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„Es geht ja nicht nur um den Ludwigsburger Basketball“, sagt Reil. „Er kritisiert ja mehrere Dinge. Zum einen unterstellt er, dass die Schiedsrichter in der BBL im Gegensatz zu europäischen Schiedsrichtern nicht in der Lage wären, die Regeln einzuhalten. Das Zweite: Natürlich sind Spielstile unterschiedlich. Aber, und das muss ich schon ganz klar sagen, dem Gegner zu attestieren, dass er ausschließlich destruktiv spielt, ist schon weit an der Realität vorbei.“
Erst mal in Fahrt, hat Reil sogar noch einen dritten Punkt: „Benka Barloschky kritisiert ja nicht nur Ludwigsburg, sondern er nennt auch Würzburg und Chemnitz. Wenn ich mir dann die entsprechenden drei Trainer anschaue: Sasa Filipovski, Rodrigo Pastore und John Patrick – also, da ist der Junge noch so weit von entfernt, sich da kritisch zu äußern! Man muss Benka mal wieder auf den Boden der Tatsachen holen.“


