Das Teilnehmerfeld in der Champions League dünnt sich aus. Manchester City, FC Liverpool, Atlético Madrid, Bayer Leverkusen, Juventus Turin, AC Mailand – alle raus. Das Viertelfinale findet ohne zahlreiche große Namen statt.
Dafür sind noch zwei deutsche Teams im Rennen: der FC Bayern und der BVB. Beide träumen noch von einer Teilnahme am Finale in München (31. Mai).
Wer gewinnt am Ende den Henkelpott? In welcher Form sind die acht Teams?
Das große Form-Barometer der Champions League!
8. Platz: Aston Villa
Der Europapokalsieger von 1982 ist das Überraschungsteam der diesjährigen Champions League. Das hat in der Liga-Phase auch der FC Bayern (1:0) zu spüren bekommen.
Aktuell scheint die Champions League für Villa nur eine Eintagsfliege zu bleiben. Aus den letzten acht Premier-League-Spielen gelingen nur zwei Siege – Platz acht.
Daran können auch die Winter-Transfers von Donyell Malen (Borussia Dortmund/nicht für die Champions League spielberechtigt) und Marcus Rashford (ManUnited) nichts ändern. Es wäre ein kleines Fußball-Wunder, wenn Villa sich im Viertelfinale gegen Paris durchsetzt.
7. Platz: Borussia Dortmund
Comfort Zone Champions League. Gegen Lille kämpft sich der BVB ins Viertelfinale der Königsklasse, kaschiert damit die schwache Bundesliga-Saison (aktuell Platz 10).
Der Titel ist für den BVB wahrscheinlich die einzige Möglichkeit, auch nächste Saison wieder Champions League spielen zu können. Aber: Im Viertelfinale gegen Barcelona sind die Schwarz-Gelben bestenfalls Außenseiter.
Konstant ist bei Dortmund in dieser Saison nur die Inkonstanz. Neu-Trainer Niko Kovac (53) startet in der Bundesliga mit zwei Niederlagen, lässt zwei Siege folgen, um dann wieder zu Hause gegen Augsburg (0:1) zu verlieren. Wundertüte BVB!
Zwei Tore im Rückspiel in Lille reichen Niko Kovac (53) und dem BVB zum Weiterkommen
6. Platz: FC Arsenal
Neun Tore in zwei Spielen gegen die PSV Eindhoven (7:1, 2:2) – und das ohne Sturm. Mit Kai Havertz, Bukayo Saka und Gabriel Jesus fallen gleich drei Top-Stürmer bei Arsenal langfristig aus.
Voller Fokus auf die Champions League? Nach zuletzt drei Spielen ohne Sieg in der Premier League hat man nur noch theoretische Chancen auf den Titel (15 Punkte hinter Liverpool).
Die Champions League ist somit die einzige realistische Titelchance der „Gunners“, die in beiden Pokalwettbewerben in England bereits ausgeschieden sind. Problem: Im Viertelfinale geht es gegen Real Madrid.
Die große Unbekannte im Viertelfinale heißt Inter Mailand. Der italienische Meister fährt irgendwie unter dem Radar, obwohl man erneut Tabellenführer der Serie A ist und nur eins der vergangenen 14 Spiele in der Liga verloren hat. Unfassbar: Inter kassiert in der gesamten Champions-League-Saison nur ein Tor aus dem Spiel heraus, beim 0:1 gegen Leverkusen.
Im Gegensatz zum Viertelfinal-Gegner FC Bayern hat Inter einen echten Titelkampf. Mit Neapel und Bergamo sitzen den Mailändern gleich zwei Klubs im Nacken. Ist Inter stark genug für drei Hochzeiten? Auch im italienischen Pokal steht Inter im Halbfinale.
Mit den Bayern hat Inter übrigens in der K.o.-Phase der Champions League gute Erfahrungen gemacht. Die letzten zwei Duelle gingen an die Italiener, darunter das Finale 2010 (2:0).

Ex-Bundesliga-Star Hakan Calhanoglu (31) ist Herz und Seele des Inter-Spiels
4. Platz: Real Madrid
Die „Königlichen“ und die Königsklasse. Es ist die große Liebe. In den letzten elf Jahren geht der Henkelpott gleich sechsmal in die spanische Hauptstadt. Auch in diesem Jahr?
Im Stadtderby im Achtelfinale gegen Atlético braucht Real das Elfmeterschießen zum Weiterkommen. Und auch sonst ist diese Saison viel Krampf und wenig Eleganz beim „weißen Ballett“ – in der Liga-Phase gab es drei Niederlagen, zu viel für die direkte Achtelfinal-Qualifikation.
Auch in La Liga fehlt die Konstanz. Immer wieder patzt der spanische Rekordmeister, zuletzt vor zwei Wochen bei Betis Sevilla (1:2). Die Folge: Real steht nur auf Platz zwei, punktgleich mit dem FC Barcelona, aber mit einem Spiel mehr auf dem Konto. Aber: Wer in den K.o.-Spielen ManCity und Atlético ausschaltet, ist auch im Viertelfinale favorisiert.

Nationalspieler Antonio Rüdiger (32) verwandelt im Elfmeterschießen gegen Atlético Madrid den letzten Elfer
3. Platz: Bayern München
Das war eine Machtdemonstration. Im Achtelfinale schaltet der FC Bayern Ligarivale Bayer Leverkusen mit zwei souveränen Siegen (3:0, 2:0) aus. Da kann man auch die Rotations-Niederlage in der Bundesliga gegen Abstiegskandidat Bochum (2:3) verkraften – die erste Liga-Pleite seit Dezember.
Neuer-Vertreter Jonas Urbig macht seine Sache im Tor ordentlich. Auch der längerfristige Ausfall von Mittelfeld-Star Aleksandar Pavlovic (20/Pfeiffersches Drüsenfieber) fällt aktuell nicht so schwer ins Gewicht.
Die Mannschaft hat zudem das Kompany-System begriffen, leistet sich kaum noch Fehler in der Abwehr. Das „Finale Dahoam“ ist realistischer denn je. Ist Inter Mailand da nur eine Durchgangsstation?

Inzwischen ein echter Leader! Joshua Kimmich (30) führt Bayern gegen Leverkusen ins Champions-League-Viertelfinale
2. Platz: FC Barcelona
Kann Barça sich nur selbst stoppen? Die letzten sechs Ligaspiele haben die Katalanen allesamt gewonnen. Im Champions-League-Achtelfinale wirkt Benfica Lissabon wie ein besserer Sparringspartner.
Aber das junge Team von Ex-Bundestrainer Hansi Flick (60) hat auch Druck, tanzt noch auf allen Hochzeiten. Im Champions-League-Viertelfinale gegen Borussia Dortmund ist man der haushohe Favorit, in La Liga Tabellenführer – punktgleich mit Real, bei einem Spiel weniger.
Doch schon im Pokal droht das erste Titel-Aus. Das Halbfinal-Hinspiel gegen Atlético endete 4:4. Das Rückspiel am 2. April zeigt SPORTBILD.de live. Die langfristigen Ausfälle von Kapitän Marc-André ter Stegen und Super-Talent Marc Bernal hat man gut aufgefangen.

Hand-in-Hand zum Champions-League-Titel? Super-Teenie Lamine Yamal (17/l.) und Raphinha (28), der mit elf Treffern die Torjägerliste der Königsklasse anführt
1. Platz: Paris Saint-Germain
Wer das beste Team der Liga-Phase im Champions-League-Achtelfinale ausschaltet, ist zu Recht in der Form-Tabelle auf Platz eins. Auch wenn sich Paris gegen Liverpool erst im Elfmeterschießen durchsetzt, ist PSG in beiden Spielen das klar bessere Team.
Der „Zirkus ohne Akrobaten“ (Messi, Mbappé und Neymar weg) ist inzwischen dank Trainer Luis Enrique (54) zu einer spannenden Mannschaft zusammengewachsen. Angeführt wird das junge Team von Ex-BVB-Star Ousmane Dembélé, der sich in der Form seines Lebens befindet (20 Tore in 2025).
In der Ligue 1 ist PSG noch ohne Niederlage. Dafür verläuft die Liga-Phase der Champions League turbulent. Erst am letzten Spieltag sichert sich Paris durch einen Sieg über den VfB Stuttgart (4:1) die Playoffs. Seitdem scheint PSG nicht mehr zu stoppen. Auch nicht im Viertelfinale von Aston Villa.

Gereift! Ousmane Dembélé führt das junge PSG-Team ins Champions-League-Viertelfinale

