Seit Wochen wird über die Vertragsverlängerung von Nico Schlotterbeck spekuliert. Klar ist: Borussia Dortmund möchte Schlotterbeck mit aller Macht halten, bietet einen Vertrag bis 2030. Das Gehalt soll um rund 2,5 Millionen Euro angehoben werden. Schlotterbeck käme dann jährlich auf mindestens acht Millionen Euro, in einer erfolgreichen Saison dürfte das Salär noch etwas höher ausfallen – je nach Prämien. Fraglich aber, ob diese Summen ausreichen.
Zuletzt wurde der Abwehr-Spezialist sogar mit dem FC Bayern in Verbindung gebracht, auf den der BVB im Topspiel am Samstag um 18.30 Uhr trifft.
Vor dem Duell fragte SPORT BILD Dortmunds Sport-Boss Lars Ricken: Gibt es eine Gehalts-Schmerzgrenze bei Schlotterbeck oder gilt: Hauptsache, er bleibt!?
Der BVB-Macher: „Es ist sein absolutes Recht, seine Zukunft mit Bedacht zu planen. Das respektieren wir auch. Und ich bin der Meinung, dass dabei nicht das Gehalt im Vordergrund steht, sondern die Perspektive, das Vertrauen und die Überzeugung.“ Ricken kündigt an: „Wir werden da nicht in Hektik verfallen. Aber natürlich wollen wir es nicht bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag ziehen, das ist auch allen bewusst.“
Lars Ricken (49) ist seit Mai 2024 Sport-Geschäftsführer des BVB. Zuvor war er 16 Jahre lang für den Nachwuchs zuständig. Als Profi absolvierte er 407 Pflichtspiele für Dortmund
Rekordnationalspieler Lothar Matthäus (64) hatte die Gerüchte um Schlotterbeck und Bayern noch angeheizt, gegenüber RTL/ntv gesagt: „Ich bin auch der Meinung, dass vielleicht schon der eine oder andere Kontakt oder das eine oder andere Gespräch stattgefunden hat.“
Neben Schlotterbeck läuft auch der Vertrag von Dortmunds Karim Adeyemi 2027 aus. Der Rechtsaußen spielt bisher eine starke Saison, steht nach sechs Pflichtspielen bei zwei Toren und einer Vorlage. Sollte der U21-Nationalspieler nicht verlängern, müsste der BVB Adeyemi 2026 verkaufen, um ihn nicht ablösefrei ziehen zu lassen. Ricken lobt: „Es gibt aktuell ja nicht wenige Leute, die sagen, dass Karim gerade so gut wie noch nie zuvor beim BVB performt. Er definiert sich nicht nur über Tore und Vorlagen, sondern arbeitet auch für die Mannschaft nach hinten. Seine Entwicklung ist bemerkenswert.“ Über den Vertrags-Poker fügt der BVB-Boss an: „Klar ist: Wir wollen mit Karim langfristig zusammenarbeiten, daran arbeiten wir.“
Jamie Gittens (21) wurde vom BVB im vergangenen Sommer an Chelsea für rund 60 Mio. Euro verkauft. Dass er ein Angebot in ähnlicher Größenordnung für Adeyemi annehmen würde, schließt Ricken aus: „Wir wollen ihn nicht abgeben. Also: nein.“

Karim Adeyemi (23) kam 2022 von RB Salzburg zu Borussia Dortmund. Ablöse damals: 30 Mio. Euro

