Schiedsrichter-Entscheidungen stehen in der Bundesliga regelmäßig im Fokus – besonders dann, wenn sie in der Schlussphase eines Topspiels fallen. Nach dem 2:2 zwischen RB Leipzig und Borussia Dortmund wird genau so eine Szene noch immer intensiv diskutiert. Jetzt äußert sich auch Toni Kroos dazu.
In der 89. Minute drang Karim Adeyemi in den Leipziger Strafraum ein. Der Dortmunder zog leicht nach innen und setzte seinen Fuß vor Verteidiger Castello Lukeba Dabei traf Lukeba Adeyemi unten am Bein, der Offensivspieler ging zu Boden. Schiedsrichter Benjamin Brand (36) ließ weiterspielen, auch der VAR schaltete sich nicht ein. Für den BVB blieb der erhoffte Strafstoß aus.
Die Szene des Abends: Castello Lukeba (23/r.) trifft Karim Adeyemi (24) am Fuß
Kroos-Brüder sehen klaren Elfmeter
In ihrem Podcast „Einfach mal Luppen“ wurde die Szene ausführlich besprochen. Felix Kroos (34) sagte: „Für mich war das ein klarer Elfmeter. Ich verstehe nicht, dass man da nicht eingreift. Unten wird das Bein weggezogen – es ist Wahnsinn, dass man das auch im Keller nicht erkennt.“
Toni Kroos stimmte seinem Bruder zu: „Für mich ist es auch ein Elfmeter.“ Der Weltmeister von 2014 nutzte die Situation für grundsätzliche Kritik: „Du kannst das Regelwerk von oben bis unten auswendig gelernt haben – es gibt Bewegungen, die kannst du meistens nur verstehen, wenn du selbst gespielt hast. Diese Bewertungsebene – natürliche Bewegung oder nicht – fehlt vielen Schiedsrichtern.“ Und stellte klar: „Aber es ist so.“
Unterschiedliche Auslegungen
Auch Ex-Schiedsrichter Manuel Gräfe (52) bewertete die Szene in BILD eindeutig: „Adeyemi bekommt einen klaren Tritt unten gegen den Fuß, den Beinbereich und kommt zu Fall.“ Sein Fazit: „Sodass es eigentlich Elfmeter hätte geben müssen.“
Schiri Brand sah das anders. Seine Begründung: „Adeyemi macht nur eine Bewegung nach links und stellt sein linkes Bein rein. Deswegen für mich kein Foul und kein Elfmeter.“
Damit bleibt die Szene ein weiteres Beispiel dafür, wie unterschiedlich Zweikämpfe im Strafraum bewertet werden können. Für Dortmund war es eine verpasste Chance in einem engen Topspiel – für die Bundesliga eine neue Debatte über Regelauslegung und Spielverständnis.

