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30 Jahre EM-Titel! Am 30. Juni 1996 wurde die deutsche Nationalmannschaft im legendären Golden-Goal-Finale gegen Tschechien (2:1) letztmals Europameister.

Das neue Buch „Wir Helden von Wembley“ (272 Seiten, 24,99 Euro, Edel Sports, erscheint am 4. März) vom Sportjournalisten und SPIEGEL-Bestseller-Autoren Nils Suling (schreibt u.a. auch für BILD und SPORT BILD) enthüllt, was viele Fans nicht wissen: Tennis-Legende Boris Becker (heute 58) war damals ganz, ganz nah dran.

BILD veröffentlicht exklusiv und vorab Auszüge aus dem Buch, für das Becker ein emotionales Vorwort geschrieben hat.

★★★

„Wenn ich an den Sommer 1996 zurückdenke, bekomme ich heute noch Gänsehaut. Eigentlich war ich wegen Wimbledon in London. Aber noch häufiger als auf dem Centre Court war ich gezwungenermaßen im DFB-Quartier. ,Mull’ – also Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt – war auch mein Arzt. So kam es, dass ich bei der Behandlung regelmäßig direkt neben Jürgen Klinsmann, Matthias Sammer, Stefan Kuntz oder Thomas Helmer lag. Dabei wurde nicht nur behandelt, sondern es wurde auch viel gequatscht und gelacht.

Auf dem Weg zur Pokal-Übergabe im Wembley-Stadion herzt Boris Becker Kapitän Jürgen Klinsmann. Rechts dahinter: Andreas Köpke

Foto: ZDF

Ich war im Tennis ein Einzelkämpfer. Allein auf dem Court, allein mit dem Druck. Umso faszinierender war es deshalb, in diese Fußballfamilie aufgenommen zu werden. Berti Vogts erlaubte mir sogar, im Mannschaftsbus mit ins Stadion zu fahren. Ein Erlebnis, das ich nie vergessen werde.

Das Finale im Wembley-Stadion war der absolute Wahnsinn. Ich saß nur wenige Reihen vor der Queen, als Oliver Bierhoff das Golden Goal machte. Das Stadion explodierte. Ich sprang auf und jubelte, als hätte ich gerade in Wimbledon einen Matchball verwandelt.

Buch über die EM 1996: So nah war Tennis-Legende Boris Becker beim DFB-Titel dabei

Nach dem Schlusspfiff kamen die Spieler auf dem Weg zur Pokalübergabe an meinem Platz vorbei und viele sprangen mir jubelnd in die Arme. Danach ging’s ins Hotel: eine Feier für die Ewigkeit. Ich saß mit Franz Beckenbauer am Tisch, habe mit den Jungs gesungen, getanzt und irgendwann bin ich in den Armen von Stefan Kuntz aufgewacht. Das sagt wohl alles.

In diesen Wochen habe ich Freundschaften geschlossen, die bis heute bestehen. Zum 25-jährigen Jubiläumstreffen der Mannschaft war ich eingeladen – als Freund, nicht nur als Gast.“

★★★

Die Spieler erinnern sich in „Wir Helden von Wembley!“ an die Zeit mit Boris. Fredi Bobic: „Boris war Teil der Mannschaft.“ Jürgen Klinsmann: „Er hat uns durch all die Zweifel gepusht, die wir hatten.“ Matthias Sammer: „Er war ein Siegertyp, der eine große Souveränität ausstrahlte. Ich hatte großen Respekt vor ihm. Wenn einer wie Boris im Raum ist, dann willst du selbst auch ein Sieger sein.“

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