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Der Vizemeister Ratiopharm Ulm kämpft mit allen Mitteln um die direkten Play-off-Plätze in der Easycredit Basketball-Bundesliga. Und landet beim 81:72 (42:32) gegen die Veolia Towers Hamburg einen letztlich ungefährdeten Start-Ziel-Sieg. Im Anschluss versammelten sich die Ulmer mit den 5485 Fans auf dem Parkett und machten zum 25-jährigen Jubiläum ein Erinnerungsfoto. Doch was sich zuvor auf dem Spielfeld abgespielt hatte, war weitaus weniger friedlich … Nach 40 intensiven Minuten stellte Hamburgs Turm Martin Breunig im Dyn-Interview fest: „Das war wie ’ne Art Krieg.“

Ulms Nationalspieler Nelson Weidemann erklärte, warum vom ersten Sprungball an Feuer drin war: „Wir hatten noch eine offene Rechnung, weil wir das Spiel in Hamburg verloren hatten (82:84, d.Red.). Und da auch schon kleinere Auseinandersetzungen vorgekommen sind. Ich glaube, es gehört dazu, dass man auch mal so ein dreckigeres Spiel hat. Aber es hat Spaß gemacht und ich hoffe, wir haben den Fans eine gute Show geboten.“

Die Towers hatten unter der Woche den Klassenerhalt endgültig klargemacht. Im Niemandsland der Tabelle geht es für sie nur noch darum, die Saison anständig zu beenden. Die Ulmer mussten dagegen unbedingt punkten. Daher begannen sie mit defensivem Mega-Druck und führten schnell mit 15:2 (4.). Von diesem Vorsprung lebten sie bis zum Schluss. Und von ihrer extrem physischen Gangart …

BBL: Ellenbogen! Augenwischer! Towers-Profi klagt nach Niederlage in Ulm: „Das war wie ’ne Art Krieg“

Der erste Aufreger kurz vor Ende des ersten Viertels: Ulms Harvard-Absolvent Chris Ledlum rammt dem Hamburger Zacharie Perrin unter dem Korb den Ellenbogen in die Rippen. Der Franzose geht zu Boden. Rudelbildung! Die Schiri-Crew um Johannes Hack wertet die Aktion aber nur als „Unsportliches Foul“ (ein Freiwurf). Towers-Trainer Benka Barloschky passt das gar nicht, will dagegen ein „Disqualifizierendes Foul“ (Hinausstellung) und fordert erbost den Videobeweis. Kurios: Die Unparteiischen ziehen dabei aber nur die unklaren Bilder aus der Führungskamera zurate. Dabei hatte die Kamera hinter dem Korb die Tätlichkeit deutlich eingefangen! „Da haben die Ulmer Glück gehabt“, stellt Dyn-Kommentator Chris Schmidt fest. „Das ist für mich ein Disqualifizierendes Foul. Das gehört für mich nicht in den Sport. Wir sind uns einig, dass das völlig unnötig war.“

Irre Szene: Teamkollege findet Kontaktlinse wieder!

Im zweiten Viertel die nächste irre Szene: Weidemann wischt bei einer Abwehr-Aktion dem Hamburger LJ Thorpe durchs Gesicht und trifft ihn am linken Auge. Der Ami verliert dabei eine Kontaktlinse! Verrückt: Teamkollege Osaro Rich findet die kleine Linse auf dem Parkett und ruft Thorpe herbei, der seine Sehhilfe vom schmutzigen Boden aufsammelt und in der Kabine reinigt.

Die Kameras von Dyn fangen ein, wie die Kontaktlinse von LJ Thorpe wieder aufgelesen wird

Die Kameras von Dyn fangen ein, wie die Kontaktlinse von LJ Thorpe wieder aufgelesen wird

Foto: DYN

Direkt vor der Pausensirene explodiert schließlich Ulm-Trainer Ty Harrelson, weil er sich über einen nicht gepfiffenen Schubser von Hamburgs Top-Scorer Devon Daniels aufregt. Barloschky steigt ein – und beide bekommen ein „Technisches Foul“. Im Halbzeit-Interview beschwert sich der Hamburger über die zu lasche Linie der Schiedsrichter: „Mir war das ein bisschen zu viel. Ich glaube, je mehr man das zulässt, desto weniger sieht es irgendwann nach Basketball aus. Das war auf beiden Seiten kein schönes Spiel. Ich würde mir wünschen, dass auf beiden Seiten mehr Basketball zustande kommt in der zweiten Hälfte.“

Tatsächlich wird es ab da friedlicher. Die Towers kommen zwar noch einmal auf 51:46 ran, aber die Ulmer finden immer die richtige Antwort. Zudem treffen die Gäste nur 35 Prozent ihrer Würfe aus dem Feld. Der offensive Alleinunterhalter Daniels stellt mit 32 Punkten seine eigene Bestleistung ein, Breunig verpasst mit 9 Punkten und 11 Rebounds knapp ein Double-Double. Bester Ulmer Werfer ist Center Joel Soriano mit 13 Zählern.

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