Die Basketball Löwen Braunschweig haben das, was vielen anderen Klubs in der Easycredit BBL fehlt – eine klare Identität. Das Team von NBA-Star Dennis Schröder (31/jetzt bei den Sacramento Kings) setzt seit mehreren Jahren auf hungrige Talente, wenn möglich, mit deutschem Pass.

Ein Weg, der den Ausbildungs-Verein in der abgelaufenen Saison überraschend auf Platz fünf und in die Qualifikation für die Champions League führte! Dass sie dabei immer wieder Leistungsträger wie aktuell „Big Man“ Sananda Fru (21/geht aufs College nach Louisville) verlieren, ist eingepreist.

Die Löwen verfolgen ihre Philosophie konsequent weiter. Wie jetzt mit der Verpflichtung von Nationalspieler Joshua Obiesie (25).

Der vielseitige Guard (1,98 Meter) kehrt in der bislang heißesten Transfer-Woche des Sommers nach zwei Jahren im Ausland in die BBL zurück und unterschrieb bis 2027.

„Joshua passt menschlich wie sportlich hervorragend zu uns“, sagt Boss Nils Mittmann (46). „Er bringt viel Potenzial mit und hat das auch bereits angedeutet. Wir sind überzeugt, dass er sich mit mehr Verantwortung und entsprechender Spielzeit offensiv wie defensiv noch weiterentwickeln wird.“

Der gebürtige Münchner stand für die Fit/One Würzburg Baskets, den FC Bayern und die Frankfurt Skyliners 111 Mal in der Bundesliga auf dem Feld, bevor er nach dem Abstieg mit Frankfurt 2023 in die USA ging. Die letzte Saison lief schleppend. Der Linkshänder begann bei JDA Dijon in Frankreich und wechselte im Dezember zu AEK Athen. Doch auch bei den Griechen konnte er sich keinen Stammplatz erkämpfen.

Obiesie: „Es waren wichtige Jahre für mich im Ausland, in denen ich mich weiterentwickelt habe und variabler geworden bin. Aber es war auch nicht immer einfach, weil ich eine andere Rolle hatte und andere Erwartungen an mich gestellt wurden. Trotzdem waren das wertvolle Erfahrungen, die ich nicht missen möchte.“

Trier produziert Fortsetzung für Gladiator

Maik Zirbes (35) hat in seiner Basketball-Karriere so ziemlich alles erreicht. Der Charakterkopf holte insgesamt acht nationale Meister-Titel – darunter 2013 mit Brose Bamberg und 2018 mit dem FC Bayern in Deutschland. Der bullige Center spielte daneben in Serbien, Israel, China, Slowenien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Portugal. 2023 kehrte der Ex-Nationalspieler schließlich zu seinem Heimatverein Vet-Concept Gladiators Trier zurück.

Jetzt ist klar: Nach dem Aufstieg in die BBL hängt der Kapitän und Ober-Gladiator noch ein Jahr dran!

„Nächstes Jahr auf seine Erfahrung, Leadership und Physis zurückgreifen zu können, wird unserem jungen Team helfen“, sagt Trainer Jacques Schneider (32). „Von daher freue ich mich, ein weiteres Jahr mit Maik zusammenarbeiten zu können.“

Bonn holt den Anti-McGhee

Kurswechsel bei den Telekom Baskets Bonn. Die abgelaufene Saison (nur Platz 14) war eine Enttäuschung. Und das, obwohl auf der Point-Guard-Position Darius McGhee (26) wirbelte. Der 1,75 Meter „große“ Ego-Shooter verzückte mal mit 44 Punkten pro Partie und wurde zum MVP des Monats gewählt. Aber er konnte Trainer und Fans durch hanebüchene Dreier-Versuche und seine Defensiv-Schwäche genauso zur Verzweiflung bringen.

McGhee wechselte nach Bourg-en-Bresse/Frankreich – sein Nachfolger Grayson Murphy (26/Vertrag bis 2027) ist nicht nur 13 Zentimeter größer, sondern auch basketballerisch das genaue Gegenteil. „Im Laufe der Sommerpause wurde uns immer klarer, dass wir einen Pass-First-Point-Guard brauchen“, sagt Sportdirektor Savo Milovic (39) über den Anti-McGhee. „Grayson kann das Spiel ordnen, seine Mitspieler besser machen und bringt alles mit, was einen richtigen Aufbauspieler ausmacht.“ Trainer Marko Stankovic (41) ergänzt: „Er ist ein exzellenter Spielmacher, der aus dem Pick-and-Roll für sich und seine Mitspieler kreieren kann. Außerdem ist er mit seinen langen Armen in der Defense sehr aktiv.“

Vor einem Jahr machte Murphy Schlagzeilen, als die Los Angeles Lakers den Zweitliga-Profi von den Dresden Titans völlig überraschend verpflichteten. Doch dann wurde er nach nur einem Tag wieder entlassen. Für die kürzeste NBA-Karriere aller Zeiten verdiente er 3178 Dollar (2928,25 Euro). Nach einem Jahr im Farm-Team der Lakers wagt er nun einen neuen Anlauf in Deutschland.

Basketball-Held Hartenstein: Frau von NBA-Champion wird wieder Ring-Girl

Quelle: BILD/ Instagram @kourtney_kellar

Rostock Seawolves räubern an der Ostsee

Auch die Rostock Seawolves haben einen neuen Guard: den polnischen Nationalspieler Lukasz Kolenda (25). Bei Aker Gdynia an der Ostseeküste war Kolenda mit 18,6 Punkten pro Partie viertbester Scorer der Liga. Seawolves-Coach Przemyslaw Frasunkiewicz (46) trainierte den 1,96 Meter großen Blondschopf in der polnischen U20-Nationalmannschaft.

Sportdirektor Kevin Anstett (33): „Lukasz hat in der vergangenen Saison gezeigt, dass er ein offensiver Faktor einer Mannschaft sein kann. Dieser Sommer ist für ihn ein geeigneter Zeitpunkt, um außerhalb Polens seine Spielstärke unter Beweis zu stellen.“

Oldenburg befördert harten Arbeiter

Mehr Tiefe auf den deutschen Positionen versprechen sich die EWE Baskets Oldenburg von Ralph Hounnou (23). Der fünfte einheimische Profi im Kader kommt zunächst für eine Spielzeit von Zweitligist Phoenix Hagen und gilt als harter Arbeiter. Ähnlich wie bei Kolenda in Rostock hat auch Oldenburgs Trainer Predrag Krunic (57) schon mit seinem Neuen zusammengearbeitet – 2023 beim Syntainics MBC.

Hounnou hat Wurzeln im Benin und hat seit 2021 die deutsche Staatsbürgerschaft. Oldenburgs Sportchef Srdjan Klaric (52) ist überzeugt: „Ralph wird sich in Oldenburg mit voller Leidenschaft einbringen.“

Teaser-Bild

Foto: BILD

Herkenhoff kommt nach Hause

Die Nachricht war schon seit März in der Liga rum. Trotzdem ist dieser Schritt eine Überraschung!

Jetzt ist es offiziell: Philipp Herkenhoff (26) kehrt nach vier Jahren bei Vize-Meister Ratiopharm Ulm zu seinen Ursprüngen zurück – und hat bei Rasta Vechta einen Zwei-Jahres-Vertrag unterschrieben. Der „Big“ spielte von 2015 bis 2021 schon mal für den Kleinstadt-Klub. Herkenhoff: „Rasta sollte sich auf keinen Fall klein machen. Hier wurden in den letzten Jahren sehr professionelle Strukturen aufgebaut.“

Towers bestätigen Gerüchte

Auch die beiden neuesten Zugänge der Veolia Towers Hamburg waren schon zuvor durchgesickert. Die Bestätigung erfolgte nun endlich: Aufbauspieler Eric Reed Jr. (25/USA) von den Kortrijk Spurs/Belgien (Vertrag bis 2026) und U20-Europameister Zacharie Perrin (20/Frankreich) kommen in die Hansestadt.

Vor allem 2,08-Meter-Center Perrin (Vertrag bis 2027) von SLUC Nancy soll bei seiner ersten Auslands-Station wachsen. Trainer Benka Barloschky (37): „Zacharie ist ein toller junger Mann, der dazu noch ein wirklich guter Basketball-Spieler ist. Jetzt wollen wir gemeinsam mit ihm den nächsten Schritt machen.“

ttn-36