Das Nach-Weihnachtswunder bleibt aus …
Göttingens Boss Frank Meinertshagen (56) glaubt noch an den Klassenerhalt seiner BG. Auch die Mannschaft des abgeschlagenen Tabellen-Schlusslichts der Easycredit Basketball Bundesliga hat nicht aufgeben – und kämpft sich im letzten Spiel des Jahres bei den Telekom Baskets Bonn nach einem 23-Punkte-Rückstand noch mal ran. Doch am Ende steht die zehnte Pleite im elften Spiel …
Bonn gewinnt mit 80:67 (42:27). Aber ohne ein Feuerwerk im ausverkauften Telekom Dome abzubrennen.
„Es war keine Glanzleistung“, gesteht der spielende Mediziner Till Pape (28). „Das hätte nicht noch mal so eng werden dürfen. Das trübt das Ganze so ein bisschen. Aber am Ende haben wir das Jahr mit einem Sieg abgeschlossen, das ist auch schön.“
Bei den Göttingern wird indes immer deutlicher: Die drei Söhne prominenter Basketball-Väter Collin Welp (26), Zach Ensminger (23) und Jimmy Boeheim (26) können das (kleine) Wunder allein nicht schaffen – auch wenn Welp mit 16 Punkten Top-Scorer ist. Die „Veilchen“ bräuchten wohl schon Chris Welp (†51), Chris Ensminger (51) und James Arthur „Jim“ Boeheim (80) dafür …
BBL: Statt Siege! Schlusslicht BG Göttingen wünscht sich nach Pleite in Bonn Frieden auf der Welt
Die Hausherren übernehmen sofort die Initiative und führen schnell mit 12:3. Göttingen gelingt erst in der siebten (!) Minute der erste Korb aus dem Feld. Weil der Einsatz der Gäste stimmt und sie zumindest gut verteidigen, endet das erste Viertel „nur“ mit 17:14.
Beide Teams treffen von draußen extrem wenig. Nach einer Viertelstunde haben die Bonner einen (!) von 13 Versuchen von jenseits der Dreier-Linie getroffen (8 Prozent). Nach 40 Minuten ist die Quote mit 21 Prozent noch immer mies – Göttingen bleibt mit sechs von 30 Dreiern sogar noch darunter.
Im zweiten Viertel drücken die Gastgeber aufs Gas, ziehen mit einem 10:0-Lauf davon (33:17/17.). Zur Halbzeit hat Göttingen erst 27 Punkte auf der Anzeigetafel – so wenig wie noch nie in dieser Saison! Dafür leisten sie sich 14 Ballverluste (gesamt 18).
In der zweiten Hälfte baut Bonn die Führung bis auf 23 Zähler aus (52:29/24.). Dann schleicht sich der Schlendrian ein. Die Veilchen zeigen Moral – und kommen im Schlussviertel sogar noch mal auf 72:64 ran (39.). Bonn-Trainer Roel Moors nimmt eine Auszeit, brüllt: „Was tun wir?!?“
So inkonstant spielen wie die ganze Saison.
Immerhin: Sein Team besinnt sich – und bringt das Ding nach Hause. Pape ist dennoch angefressen: „Das haben wir schon viel zu oft dieses Jahr gemacht. Wir haben uns ordentlich zusammengerissen. Aber es darf überhaupt nicht so weit kommen. Das ist jedes Mal das Gleiche! Das ist ein gutes Ziel für 2025, dass uns das nicht mehr passiert. Dass wir nicht diese Ups und Downs haben, sondern konstant auf einem Level spielen.“
Bei den Göttingern ragt Center Demajeo Wiggins (27) mit einem sogenannten „Double-Double“ heraus – und stellt mit 13 Punkten und 18 Rebounds (!) eine neue BBL-Bestleistung auf. „Ich bin stolz auf das Team“, sagt Kollege Kostja Mushidi (26). „Es ist natürlich nicht das, was wir wollten. Aber wir haben schon eine Reaktion auf die Niederlage gegen Alba gezeigt. Die Köpfe nicht stecken lassen, positiv bleiben. Weiter geht’s.“
Und verspricht: „Wir werden zurückkommen nächstes Jahr, mit mehr Energie.“
Göttingens Trainer Olivier Foucart (40) steht auch nach der Niederlage gegen seinen Ex-Chef und Vorgänger bei der BG Roel Moors (46) nicht zur Diskussion. Nun soll ein neuer Spieler einen frischen Impuls geben. Meinertshagen sucht seit Wochen einen Guard.
Mushidi erinnert jedoch daran, was wirklich wichtig ist. Sein Wunsch für 2025: „Mehr Frieden auf der Welt und Gesundheit für alle.“
Mitten im SpielKind sorgt plötzlich für Verwirrung


