Der FC Bayern hat Transfer-Druck: Für neue Stars hat Sportvorstand Max Eberl klare Auflagen. Bevor er einkaufen kann, muss er erst Transfer-Erlöse erwirtschaften. Ein Verkaufskandidat: Leon Goretzka (Vertrag bis 2026). Der ist zwar in Top-Form, traf beim 3:2-Sieg gegen Wolfsburg doppelt. Dennoch würden die Münchner ihn abgeben.
Sollten die Bayern Goretzka wirklich verkaufen? Zwei SPORT BILD-Reporter, zwei Meinungen!
Pro: Zu teuer für einen Reservisten
Von: Christian Kynast
Haben Sie Leon Goretzka mal in einem Spiel der Nationalelf unter Bundestrainer Julian Nagelsmann vermisst? Nein? Genauso würde es Ihnen auch beim FC Bayern gehen. Und das, obwohl der Mittelfeldmann aktuell überzeugt. Zwei Tore beim 3:2 gegen Wolfsburg sind zwar gut – aber mit Verlaub: Das Spiel hätte der Rekordmeister auch ohne Goretzka und mit Tom Bischof gewonnen.
Müller unterschreibt bei RB: Bei diesem KI-Video bekommen Bayern-Fans Albträume
Das Supertalent kommt im Sommer ablösefrei aus Hoffenheim und ist die Zukunft im zentralen Mittelfeld der Bayern. Dass Bischof zunächst nur sporadisch und als Reservist zum Einsatz kommt, ist klar. Für diese Rolle ist Goretzka aber zu teuer. Deutlich über zehn Millionen Euro Gehalt für einen Ersatzspieler – diese Zeiten müssen auch in München vorbei sein. Deshalb ist es richtig, dass die Bayern Goretzka weiterhin abgeben wollen. Das Geld können sie sinnvoller einsetzen.
Contra: Demut + Leistung = Goretzka!
Von: Tobias Altschäffl
Er liefert – und schweigt. Leon Goretzka will auch nach starken Leistungen wie seinem Doppelpack beim 3:1 gegen Wolfsburg nicht über sich sprechen. Eine Eigenschaft, welche die Bosse überaus schätzen. Der Mann, dem früher nachgesagt wurde, dass er vor allem neben dem Platz (politische) Zeichen setzen will, hat sich zurückgezogen. Er konzentriert sich nur auf sich und seine Leistung. Goretzka beschwerte sich auch nicht, als er erst von Thomas Tuchel, dann von Max Eberl quasi aus den eigenen Reihen abgeschoben wurde.
Das zeigt: Goretzka ist ein Kämpfer, der nie aus München wegwollte. Natürlich verdient er dort gutes Geld, aber er identifiziert sich mit dem Klub. Er ist auf dem Spielfeld eine Allzweckwaffe, hat bis auf Torwart jeden Job auf dem Feld erledigt. Er vereint Demut und Leistungsbereitschaft. Auf diese Attribute sollte der Rekordmeister nicht verzichten – und ihn halten!

