Crunchtime in der BBL! Bonn oder Würzburg – wer behält die Nerven im entscheidenden Spiel 5 im Viertelfinale der Playoffs in der Easycredit Basketball-Bundesliga? Die Antwort: Es sind die Telekom Baskets Bonn, die trotz einer Katastrophen-Halbzeit die Würzburg Baskets noch mit 66:63 niederringen und sich im Halbfinale nun auf Titelverteidiger Bayern freuen dürfen.
Die 6.000 Fans im ausverkauften Telekom Dome sehen in der ersten Hälfte ein selten dagewesenes Low-Scoring-Game mit Nervenflattern auf beiden Seiten. Vor allem für Bonn geht offensiv fast gar nichts, die Dreier-Quote ist praktisch nicht messebar. Denn: In Halbzeit eins landet nicht ein einziger Wurf von draußen im Korb. Dyn-Kommentator Chris Schmidt: „Null von elf Dreiern ist schon katastrophal.“ Zur Pause sind es sogar null aus 13.
Aber auch Würzburg lässt sich anstecken, im 2. Viertel fallen nur ganze 18 Punkte (7:11). Der Halbzeitstand: 22:30. Nur 18 Treffer bei 73 Versuchen von beiden Mannschaften aus dem Feld finden im ersten Durchgang ihr Ziel. Eine unterirdische Quote.
Nervenschlacht in den BBL-Playoffs: Bonn besiegt Würzburg nach Katastrophen-Halbzeit
Dyn-Experte und Chemnitz-Profi Kostja Mushidi: „Die müssen alle mal tief Luft holen in der Halbzeit.“
Schmidt: „Boah, sind die auf beiden Seiten nervös, die Akteure. Das ist für mich nicht anders erklärbar, denn da waren viele freie und gut herausgespielte Würfe dabei auf beiden Seiten.“
Mushidi über die Gründe für das Fehlwurf-Festival: „Nervosität und auch Müdigkeit, das darf man nicht unterschätzen. Die Playoffs sind ein hartes Pflaster.“ Sein Halbzeit-Ratschlag mit Augenzwinkern: „Die Bonner sollten direkt draußen bleiben und 15 Minuten lang werfen. Keiner Ansprache, jeder schnappt sich einen Ball.“
Machen die Bonner Profis natürlich nicht, kommen aber trotzdem besser aus der Kabine als sie hineingegangen sind. Und wie! Die Hausherren starten mit einem 7:0-Lauf. Als dabei nach knapp zwei Minuten tatsächlich doch noch der erste Dreier fällt – Tylan Birts bricht den Bann –, explodiert der Telekom Dome förmlich.
Der Startschuss für die Bonner Aufholjagd, die allein im 3. Viertel fünf Zähler mehr erzielen als im gesamten ersten Durchgang (27). Plötzlich ist es ein komplett anderes Spiel. Und die Magentafarbenen lassen sich nicht mehr aufhalten, auch wenn das Spiel bis in die letzten Sekunden auf Messers Schneide steht. 9.3 Sekunden vor Schluss führt Bonn 66:63. Würzburg nimmt die Auszeit und hat Ballbesitz, bereitet den letzten Angriff der Partie vor. Michael Carr kommt tatsächlich unter Bedrängnis zum Abschluss – und verfehlt. Aus! Die Bonn-Fans stimmen direkt den Klassiker an: „Zieht den Bayern die Lederhosen aus!“
Bester Mann des Abends: Bonns Kapitän Michael Kessens, dem ein Double-Double gelingt (16 Punkte /12 Rebounds). Er anschließend am Dyn-Mikro: „Die erste Halbzeit war nicht so unser Ding, aber wir haben es geschafft, mental umzuschalten, unseren Basketball zu spielen und auch die Fans mit ins Spiel zu bringen. Das hat den Unterschied gemacht. Aber Hut ab vor Würzburg, eine wirklich toughe Mannschaft.“
Die Halbfinalpaarungen in der Übersicht
[–>Bayern München Basketball – Telekom Baskets Bonn [–>(Spiel 1 am Sa. 14.30 Uhr bei Dyn/Anzeige)
Alba Berlin – Bamberg Baskets[–> (Spiel 1 am Samstag um 16.30 Uhr live bei Dyn)

