Er ist erst seit Saisonbeginn da, aber bereits jetzt der Dreh- und Angelpunkt im Spiel von Basketball-Bundesligist Rostock Seawolves.

Die Rede ist von TJ Crockett Jr. (26). In den letzten drei Pflichtspielen, im Europe Cup gegen Antwerpen und Tartu (21 Punkte und 19 Punkte) sowie im Pokal gegen Jena (23 Punkte) war der US-Boy jeweils bester Werfer seines Teams.

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Crockett ist zweifellos der Mann der Stunde bei den Wölfen und einer der herausragenden Akteure in der Frühphase der neuen Saison. In dieser Top-Form steht für den Mann aus Missouri nun ein ganz besonderes Spiel in der Easycredit Basketball-Bundesliga bevor: Das Duell mit den Löwen Braunschweig (Sonntag, 16.30 Uhr live bei Dyn und im Free-TV bei Welt.TV). Die verließ er im Sommer nach zwei Jahren Richtung Ostsee. Nun das Wiedersehen mit dem Ex.

„Das Spiel wird für mich definitiv emotional werden, da ich dort zwei Jahre meiner Karriere verbracht habe. Ich habe dort Freunde fürs Leben gefunden“, sagt Crockett zu SPORT BILD, bevor er in den Wettkampfmodus schaltet: „Aber sobald der Tip-off erfolgt, geht es ums Geschäft.“

Teaser-Bild

Foto: BILD

Klar, dass die Verbindung zu den Löwen noch lebhaft ist. Crockett: „Natürlich habe ich noch Kontakt zu meinem Kumpel Barra Njie sowie zu Chip (Flanigan, d. Red.) und Ferdi (Ferdinand Zylka, d. Red.). Und natürlich darf ich meinen Coach Keith (Löwen-Co-Trainer Keith Thomas, d. Red.) nicht vergessen. Wir trash-talken jeden Tag, das ist so unsere Sache.“

Halbe Rostocker Mannschaft spielte einst für die Löwen

Kurios: Nicht nur für Crockett ist es eine Rückkehr. Gleich vier seiner neuen Rostocker Teamkollegen – DeAndre Lansdowne, Owen Klassen, Sid-Marlon Theis und Robin Amaize –haben ebenfalls eine Braunschweiger Vergangenheit. Und die Seawolves somit am Sonntag ein halbes Heimspiel in der Volkswagen Halle, die viele bestens kennen.

Den Abschied aus Niedersachsen hat Crockett, der mit komplettem Namen Tarontate de Shawn Crockett Jr. heißt, jedenfalls problemlos verkraftet, benötigte in Rostock keinerlei Anlaufzeit.

Wie er sich seinen Top-Start erklärt? „Es ist einfach das Vertrauen, das der Trainerstab und das Management in mich haben. Ich will ihnen beweisen, dass ich die Verpflichtung wert bin. Außerdem muss ich meinen Teamkollegen ein großes Lob aussprechen, die mir das Selbstvertrauen geben, ich selbst zu sein.“

Vergangenheit: Crockett (r., gegen Rostocks JeQuan Lewis) im vergangenen Mai in einem seiner letzten Spiele für Braunschweig gegen seinen jetzigen Arbeitgeber

Vergangenheit: Crockett (r., gegen Rostocks JeQuan Lewis) im Mai 2025 in einem seiner letzten Spiele für Braunschweig gegen seinen jetzigen Arbeitgeber

Foto: picture alliance / Fotostand

Crocketts Markenzeichen? Zwei NBA-Stars inspirierten ihn

Er selbst zu sein bedeutet auch, dass er auf dem Spielfeld immer ein bestimmtes Accessoire trägt, das er zu seinem Markenzeichen gemacht hat. Das liegt an seinen Vorbildern aus der NBA: Allen Iverson und LeBron James. Sie waren für ihn stilprägend. Nicht nur spielerisch, auch modisch. Crockett: „Wegen ihnen trage ich seit meiner Kindheit immer ein Stirnband.“

Das behielt er auch bei, als er 2021, mit 22 Jahren, den Sprung nach Europa wagte. Über die spanische (CB Prat) und türkische (Antalya Güneşi) 2. Liga landete er kurz vor Weihnachten 2022 beim deutschen Zweitligisten in Bochum.

Schon dort brauchte er keine Eingewöhnungszeit, startete direkt durch und wurde mit 18,5 Punkten im Schnitt auf Anhieb bester Scorer der ProA. Woraufhin ihn Braunschweig verpflichtete. Eine Liga höher steigerte er sich von 11,7 Punkten im Schnitt in seinem Premierenjahr auf 12,5 in seiner zweiten Löwen-Saison auf nun durchschnittlich 15,3 Zähler. Eine beachtliche Entwicklung.

„Ich denke, meine Stärke ist, dass ich ein ‚Zwei-Wege-Spieler‘ bin. Ich kann punkten und verteidigen“, sagt Crockett, der sich auch in seinem dritten BBL-Jahr in allen Bereichen weiter verbessern will.

Kulinarisch ist er längst in Deutschland angekommen. Crockett verrät: „Die Jungs werden mich auslachen, aber ich mag die Bratwurst hier sehr gerne.“

Womöglich wird er sich eine gönnen, sollte seine Rückkehr zu den Löwen am Sonntag erfolgreich verlaufen. Zumal eine Spezialität aus dem hohen Norden als Belohnung für ihn trotz Umzugs an die See ausscheidet: „Ich habe noch kein Fischbrötchen gegessen, da ich nur Lachs mag.“

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