Der Name Ensminger weckt in Bamberg Erinnerungen an glorreiche Zeiten. Center-Legende Chris Ensminger (51) wurde mit den Franken 2005 und 2007 Deutscher Meister und legte den Grundstein für eine Ära. Von 2010 bis 2017 holte das Team sieben weitere Meistertitel.

Nun ist Ensminger-Sohn Zach (24) neu bei den BMA365 Bamberg Baskets. Doch der Anspruch ist ein völlig anderer: „Wir wollen das Vertrauen der Fans zurückgewinnen. Auch wenn wir nicht um Titel spielen, wollen wir begeistern und zeigen, dass wir unser Herz auf dem Feld lassen.“

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Der Saisonstart beim Tabellenfünfzehnten der Vorsaison lief gut. Im Pokal siegte man 94:89 in Hamburg, beim Liga-Auftakt in Braunschweig gab es ein 98:75. Dann folgte ein 87:92 n.V. in Trier.

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Seit sich Brose-Boss Michael Stoschek (77) 2020 als Gönner zurückzog, ging es mit Bamberg bergab. Sogar die Existenz des ganzen Klubs stand auf dem Spiel. „Wir befinden uns immer noch in der Phase der Konsolidierung“, sagt Geschäftsführer ­Philipp Höhne (38). „Damals war es nicht nur eine andere Welt, sondern eine andere Galaxie. Jetzt geht es darum, wieder neu zu wachsen.“

Zu Titelzeiten betrug der Etat mehr als 20 Millionen Euro, vergangene Saison nur noch 6,6 Mio. Und für diese Saison musste er um eine weitere halbe Million reduziert werden. Statt eines großen Geldgebers gibt es einen Pool von 300 kleineren Sponsoren. Früher war die Brose-Arena stets mit 6800 Zuschauern ausverkauft, wegen seiner verrückten Fans gab sich Bamberg den Namen „Freak-City“. Vergangene Saison betrug der Schnitt noch 4651. „Unser Ziel für diese Saison ist eine Zahl über 5000“, sagt Höhne.

Der Saisonauftakt macht Hoffnung. Das auf acht Positionen veränderte Team hat schnell zusammengefunden. Ein gemeinsamer Paintball-Ausflug in der Vorbereitung hat daran auch seinen Anteil. „Wir haben eine tolle Teamchemie. Nach dem Training sitzen wir oft noch lange in der Kabine zusammen und reden über Gott und die Welt“, sagt Ensminger. Auch von der spielerischen Qualität ist er überzeugt: „Wir sind ein Team mit viel Potenzial und haben viele Waffen. Viele Spieler sind jung und wollen den nächsten Schritt in ihrer Entwicklung machen. Wir gehen hart zur Sache und sind für den Gegner eklig zu spielen.“

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Geschäftsführer Höhne lobt die attraktive Spielweise seines Teams: „Wir können innerhalb weniger Sekunden von einer Seite des Spielfelds auf die andere kommen und spektakulär abschließen. Bei uns dunken nicht nur die großen Spieler, sondern auch die kleinen. Das ist moderner Basketball, wie ihn auch die Nationalmannschaft bei der EM gezeigt hat.“

Die Gewinnermentalität fehlte vergangene Saison. ­Daraus lernte man bei der ­Kaderauswahl. „Wir haben Spieler gesucht, die in ihren Ligen gewissen Drucksituationen ausgesetzt waren und die sich in den Play-offs bewiesen haben“, sagt Trainer ­Anton Gavel (40), der als­ ­Spieler vier Meistertitel mit Bamberg holte.

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