Einen Tag vor der Weltmeisterschaft 2025 wurde Portugals Spielmacher Miguel Martins suspendiert. Wegen eines positiven Doping-Verdachts, der von der Europameisterschaft 2024 stammte und in all seinen Einzelheiten viele Fragen aufgeworfen hatte. Die für Martins wichtigste Frage ist jetzt beantwortet.
Sensation bei Handball-Dopingfall
Martins darf ab sofort wieder spielen. Sowohl für seinen dänischen Arbeitgeber Aalborg Handbold, als auch für sein Heimatland Portugal. Mittwoch (20.45 Uhr, live bei Dyn/Anzeige) müssen der Portugiese und Aalborg in der Königsklasse beim SC Magdeburg antreten.
Martins zu SPORT BILD: „Ich bin überglücklich, dass ich wieder zu meiner Mannschaft und in die Halle darf.“
Der vermeintliche Doping-Fall sorgte am Rande der WM für viele Diskussionen und Ungereimtheiten.
Martins wurde während der Handball-EM am 13. Januar 2024 beim Spiel der Portugiesen gegen Tschechien (30:27) positiv getestet. Die Probe hatte er nach SPORTBILD-Informationen in Mannheim abgegeben, obwohl Portugal gar nicht in Mannheim, sondern 270 Kilometer entfernt in der Münchner Olympia-Halle gegen die Tschechen spielte.
An jenem 13. Januar war Bosnien/Herzegowina gegen die Niederlande sowie Georgien gegen Schweden in der Mannheimer SAP-Arena angesetzt.
Nächster Hammer: Martins wurde nach der angeblich positiven Probe nie suspendiert und spielte die Saison 2023/24 beim ungarischen Top-Klub Pick Szeged zu Ende, im Sommer 2024 wechselte nach Aalborg.
Dritter Hammer: Die Internationale Test Agentur ITA hatte den angeblich positiven Befund verlautbart, sie ist bei Turnieren der Europäischen Handballföderation aber gar nicht für Dopingproben zuständig. Sondern die eigene Anti-Doping-Einheit der EHF.
Jene Agentur ITA teilt nun mit: „Heute berichtete das von der WADA akkreditierte Labor, dass die B-Probe das Ergebnis der A-Probe nicht bestätigte. Da das Verfahren noch anhängig ist, werden zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Kommentare abgegeben.“
Vierter Hammer: Bei der erneuten Öffnung von Martins‘ Probe soll neben „exogenem Testosteron“ ein Wirkstoff gefunden worden sein, die bei schwangeren Frauen die Gefahr von Frühgeburten und extreme Menstruations-Beschwerden eindämmen soll.
Der fünfte Hammer wäre jetzt, wenn Martins seinerseits eine Schadensersatz-Klage wegen Ruf-Schädigung einreichen würde. Das ist aktuell jedoch völlig offen. Martins ist erst mal froh, dass er wieder Handballspielen darf.


