Der Traum vom ersten Grand-Slam-Sieg ist für Tennis-Star Alexander Zverev wieder geplatzt. Er verliert das Finale der Australian Open gegen den Italiener Jannik Sinner in Melbourne mit 3:6, 6:7 (4:7), 3:6.

Es ist bereits Zverevs dritte Pleite in einem Major-Finale. 2020 war er bei den US Open in New York gegen Dominic Thiem (31) nur zwei Punkte vom Sieg entfernt, gegen Carlos Alcaraz (21) ging ihm bei den French Open in Paris im vergangenen Jahr nach drei Sätzen die Puste aus.

Nun das dritte Drama. Sinner dagegen jubelt über seinen dritten Grand-Slam-Titel binnen eines Jahres nach den Erfolgen in Melbourne 2024 und den US Open im September. Aber es ist ein Sieg mit Beigeschmack, wie schon der in New York.

Denn Sinner wurde im März 2024 gleich zweimal positiv auf das verbotene anabole Steroid Clostebol getestet, aber dennoch nicht gesperrt. Die Welt-Antidoping-Agentur (Wada) legte Einspruch beim Internationalen Sportgerichtshof (Cas) ein, vor dem Sinner am 16. und 17. April eine Anhörung hat. Ihm drohen bis zu zwei Jahre Sperre.

Zu spät für den Weltranglisten-Zweiten, der im Spiel der Nummer 1 der Welt unterlag. Im ersten Satz hat er dabei gegen den Aufschlag des Südtirolers nichts auszurichten. Dem weltbesten Tennis-Profi reicht dann auch ein Break für die Entscheidung zum 6:3.

Wütend haut Alexander Zverev nach dem verlorenen zweiten Satz mit seinem Schläger auf seine Tasche ein

Foto: Getty Images

Besser läuft es im zweiten Durchgang. Beide liefern sich einen teils packenden Kampf mit immer wieder herausragenden Ballwechseln. Doch auch bei denen hat meist Sinner das bessere Ende für sich. Zverev kann sich dennoch in den Tiebreak retten.

Der ist seine eigentliche Stärke, wie man im Viertelfinale gegen Tommy Paul (27/USA) sah, als er die beiden Satz-Verlängerungen 7:1 und 7:0 gewann. Diesmal ist es anders, Sinner ein viel stärkerer Gegner, der noch dazu immer eine Antwort auf Zverevs Aktionen weiß. Er nutzt die vielen Fehler des Olympiasiegers von 2021 konsequent aus und holt sich den Tiebreak mit 7:4.

Jannik Sinner streckt sich nach dem Sieg und gewinnt zum zweiten Mal in Folge die Australian Open

Jannik Sinner streckt sich nach dem Sieg und gewinnt zum zweiten Mal in Folge die Australian Open

Foto: MARTIN KEEP/AFP

0:2 Sätze hinten – wenn Zverev jetzt noch mal kontern würde, das käme einem Wunder gleich. Doch die Fehler-Quote geht nicht runter. So tritt das Unvermeidliche ein: Zverev verliert seinen Aufschlag zum 2:4. Ganz bitter: Im gesamten Match erarbeitet er sich nicht einen Breakball. Das klingt rekordverdächtig.

Nach 2:41 Stunden verwandelt Sinner seinen ersten Matchball und sein 36. Grand-Slam-Turnier ist für Zverev beendet. Wieder ohne Titel. Neuer Anlauf in vier Monaten in Paris.

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