Wer ist die Nummer zwei im deutschen Basketball hinter dem FC Bayern?

Die Tabelle der Easycredit BBL gibt die eindeutige Antwort: Ratiopharm Ulm! Das demonstrierte der Meister von 2023 jetzt auch im Duell der zwei heißesten Teams der Liga gegen Alba Berlin. Die Ulmer gewannen durch eine Energie-Leistung nach Verlängerung mit 101:90 (37:49) – und holten sich den vierten Sieg in Serie.

Alba hatte nach einer völlig verkorksten ersten Saisonhälfte zuletzt aufsteigende Form gezeigt. Nach drei Erfolgen nun der nächste Dämpfer für den kriselnden Klub.

„Ein geiles Basketball-Spiel“, sagte Ulms Antreiber Karim Jallow. (27) „Ich bin absolut happy über diesen Sieg. Vor allem in der Overtime gegen Berlin zu gewinnen ist nicht einfach. Und ich glaube, wir haben auch noch den direkten Vergleich gewonnen. Besser hätte es für uns nicht ausgehen können.“

Ulm hatte unter der Woche die schwere Verletzung des NBA-erfahrenen Isaiah Roby (27/Knie) verkraften müssen. Beim Aufwärmen trug der Meister von 2023 Trikots mit seinem Namen.

Alba reiste mit der Euroleague-Pleite gegen Barcelona (85:99) am Freitag im Rücken an. Da hatte der nachverpflichtete Robert Baker (26) seinen Einstand (14 Minuten, 4 Punkte) gegeben. Sonntag stand der „Big“ dann überraschend nicht im Kader. Außerdem schonte Trainer Israel Gonzalez (50) Louis Olinde (26) und Gabriele Procida (22). Zu Beginn der Saison hatte sich die Mannschaft wegen der vielen Verletzten quasi von selbst aufgestellt, inzwischen können die Berliner die Belastung steuern.

Das erste Viertel in der ausverkauften Ratiopharm Arena war extrem zerfahren. Beide Teams leisteten sich ungewohnt viele Ball-Verluste. Ab der 15. Minute konnte sich Alba dann das erste Mal absetzen, weil sie ihre Längenvorteile durch Tim Schneider (27/2,08 Meter), Yanni Wetzell (28/2,06 Meter) und David McCormack (25/2,08 Meter) nutzten.

Nach der Halbzeit fuhren beide Teams die Energie noch mal rauf. Dann der Aufreger: Berlins Elias Rapieque (21) springt mit dem Knie voran in den Ulmer Philipp Herkenhoff (25) – und rammt dem 2,09-Meter-Mann sein Bein auf die Brust. Die Fans toben! Trainer Ty Harrelson (44) fordert Video-Beweis.

BBL: Bei Ulm-Sieg gegen Alba Berlin: „Fehlentscheidung!“ Experte kritisiert Top-Schiri

Der deutsche Top-Schiedsrichter Robert Lottermoser (48) schaut sich mit Kollege Benedikt Loder (29) alles noch mal an – und entscheidet auf „exzessiven Kontakt“. Heißt: Ein unsportliches Foul des Berliner Talents!

Folge: Der Korb zählt nicht. Stattdessen bekommt Herkenhoff einen Freiwurf. Das verursacht wiederum Blutdruck bei Alba-Coach Gonzalez. Dabei bekommt er Unterstützung von Dyn-Experte Basti Doreth (35). Der Ex-Profi legt sich fest: „Ich finde, das ist eine Fehlentscheidung. Dass das Bein so hoch geht, das macht Rapieque definitiv nicht mit Absicht, weil er nach hinten fällt. Das ist eine normale Korbleger-Bewegung, dass das Knie nach oben geht.“

Spätestens jetzt ist Feuer drin. Ulm wittert die Chance – Alba wackelt. In der 36. Minute holen sich die Ulmer nach sehr langer Zeit die Führung zurück (76:74). Geht den Berlinern jetzt die Puste aus? Nein!

Als alle schon mit einem Sieg der Ulmer rechnen, holt Alba in neun Sekunden fünf Punkte auf und gleicht 2,8 Sekunden vor Schluss durch Matt Thomas (30) zum 86:86 aus. Verlängerung!

Tragischer MVP-Titel: Distanz-Kunstschütze kann sich kaum freuen

Quelle: BILD/DYN

Doch die wird für Alba zum Horror. Alba gelingt in fünf Minuten nur zwei Körbe. Und Ulm stellt mit einem 13:0-Lauf klar, wer die Nummer zwei im deutschen Basketball ist. Doreth: „Das war die krasseste Overtime, die ich seit Langem gesehen habe.“

Bester Ulmer: Noa Essengue (18). Der NBA-Draft-Kandidat stellt mit 20 Punkte eine neue persönliche Bestleistung auf. Berlins Top-Scorer ist Thomas (17 Punkte).

Teaser-Bild

Foto: BILD

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