Auf den ersten Blick waren die Zahlen von Alba-Kapitän Jonas Mattisseck (26) beim Sieg im vierten BBL-Viertelfinale in Vechta nicht so gut.
Fünf Punkte, ein Rebound, ein Steal in zehn Minuten. Dazu kassierte er fünf Fouls, musste bereits in der 33. Minute runter, nachdem ihm Vechtas Alonzo Verge geschickt das fünfte Foul angehängt hatte. Trotzdem war Albas Top-Scorer Martin Hermannsson (31) sehr zufrieden mit seinem Kapitän: „Das ist das, was Jonas für uns machen muss. Er ist der Kämpfer, der Anführer, der uns mit seiner Art die notwendige Energie gibt.“ Jetzt steht die Serie 2:2, Entscheidung am Mittwoch (18.30 Uhr/ Live auf Dyn und Welt.tv) in Berlin.
In einem aggressiven Privatduell mit Vechtas Alonzo Verge kassierte Mattisseck bereits nach 13 Minuten sein zweites Foul. Was ihn jedoch nicht davon abhielt, Verge sowohl mit seiner harten Verteidigung als auch mit dem ein oder anderen Trashtalk aus der Fassung zu bringen. Das zeigte Wirkung. Verge ließ sich immer wieder auf die Verbal-Duelle ein und war spielerisch nicht so dominant wie zuletzt, leistete sich dazu sechs Ballverluste. In 23 Minuten erzielte er nur 17 Punkte (5 Assists), deutlich weniger als zwei Tage zuvor (24 Punkte, 10 Assists). Und spielte dazu 30 Sekunden vor Schluss den entscheidenden Fehlpass, den Hermannsson abfing und zur Entscheidung im Vechta-Korb unterbrachte (83:79).
Alba-Kapitän Jonas Mattisseck: „Das war nichts Persönliches zwischen Alonzo Verge und mir“
„Das war gar nichts Persönliches zwischen Alonzo und mir. Ich habe versucht, hart zu verteidigen“, schilderte Mattisseck die Fights mit dem Vechta-Spielmacher. „Aber vor allem bin ich superstolz auf mein Team. Die Situation vor Spiel vier war wirklich nicht leicht. Jetzt versuchen, wir am Mittwoch, das nochmal zu wiederholen, um ins Halbfinale einzuziehen.“ Dort wartet bereits Bamberg, die sich in drei Spielen gegen Vize-Meister Ulm durchgesetzt hatten. Mattisseck sieht eine gute Entwicklung des Teams, sowohl über die Saison, als auch in den kritischen Playoff-Phasen. Bereits in Spiel zwei der Best-of-Five-Serie stand Alba massiv unter Druck, musste gewinnen, um nicht mit einem 0:2 im Gepäck nach Vechta reisen zu müssen. Dann das Spiel am Sonntag, wo eine Niederlage das Saison-Aus bedeutet hätte. Mattisseck: „Dass wir in der Schlussphase so cool geblieben sind, zeigt auch unsere gute Entwicklung über die Saison. Wir hatten auch nur elf Ballverluste. Und es war hervorragend, wie Martin das Team geleitet und die Ruhe bewahrt hat.“
Mattisseck hofft, dass die Alba-Fans das Team am Mittwoch zum Sieg tragen. „Wir brauchen alle Berliner, brauchen eine volle Halle, die volle Unterstützung unserer Fans. Auch wenn das Spiel fünf jetzt etwas kurzfristig ist. Doch wir werden alles reinhauen, um das Halbfinale klarzumachen.“

