Zu einer dritten Amtszeit wird es nicht kommen: Jansen wird bei der Mitgliederversammlung am 21. Juni nicht zur Wiederwahl antreten.
Die Gründe erklärt er im Interview SPORT BILD: „Das waren intensive Jahre, in denen ich dem HSV alles untergeordnet habe. Nun ist der Moment gekommen, in dem ich mich um meine berufliche Zukunft stärker kümmern möchte. Deshalb ist es für den HSV gut, wenn nun ein neuer Präsident frische Impulse und eine gewisse Dynamik mit in den Verein einbringt.“
Ausgerechnet!: Ex-HSVer trifft nach Traumflanke
Über das Geschaffte sagt er im Rückblick: „Vor allem in der zweiten Amtszeit unseres Präsidiums seit 2021 finde ich, dass wir sehr viele Projekte erfolgreich umgesetzt haben, und darüber hinaus werden wir einige unserer gemeinsamen Ziele in diesem Jahr noch erreichen.“
Und: „Wir haben den Klub durch harte Corona-Zeiten geführt, im Sinne der Mitglieder einen Rechtsformwechsel geschafft (AG zu KGaA; d. Red.) und haben nun – dank der Arbeit von Eric Huwer (Finanz-Vorstand, d. Red.) – eine sehr stabile Wirtschaftslage.“
Eines blieb ihm und dem HSV in seiner Zeit in den Klub-Gremien verwehrt: der Bundesliga-Aufstieg der Profis. „Wir hatten beim HSV zu viele Phasen, in denen wir nicht selbstkritisch genug gewesen sind – gerade bei Erfolg“, erklärt der Ex-Nationalspieler (45 Einsätze) und sagt: „Sportlich gesehen hätte man in den letzten sechs Jahren aufsteigen müssen!“
Ein Thema liegt ihm zudem am Herzen: „Ein All-Star-Spiel im Volkspark mit Spielern der letzten 25 Jahre wäre ein Traum. Mit Jungs wie Mladen Petric, René Adler, Zé Roberto, Guy Demel, Paolo Guerrero und Fan-Lieblingen wie Colin Benjamin und vielen, vielen anderen. Das wäre ein Neuanfang für den bisher nicht optimalen Umgang mit den Ex-Profis. Das bekommen andere Vereine viel besser hin als der HSV.“
Bald soll es soweit sein: „Ich habe das seit Jahren intern platziert, wollte aber nicht über andere Köpfe hinweg entscheiden. Gut ist, dass Stefan Kuntz für dieses Vorhaben sehr empfänglich ist. Vielleicht bekommen wir dieses Spiel im Herbst in einer Länderspielpause hin.“
Wer auf Jansen als HSV-Präsident folgt, ist aktuell offen. Vom Noch-Boss wird er einen Rat bekommen: „Meinem Nachfolger werde ich mitgeben: Stärke weiter das Ehrenamt, wo es nur geht! Vereine wie der HSV sind wichtig für die Gesellschaft. Hier sind Miteinander und Toleranz, Diversität und Chancengleichheit, Inklusion und Integration selbstverständlich. In allen Vereinen – egal, ob groß oder klein – wird die Demokratie gelebt. Die Vereine können die Mitte der Gesellschaft und den Zusammenhalt stärken. Das ist gerade in der heutigen Zeit wichtig.“

