Die MT Melsungen ist der Überraschungs-Spitzenreiter der besten Liga der Welt. Viele Fans und Experten fragen sich, ob die Nordhessen überhaupt noch zu stoppen sind. Jetzt spricht der Kapitän bei der Meisterfrage ein Machtwort.
Melsungen hat erst vier Minuspunkte auf dem Konto. Der THW Kiel, die Füchse Berlin und die TSV Hannover-Burgdorf haben schon doppelt so viele. Sonntag (15 Uhr, live bei WELT TV und Dyn/Anzeige) muss Melsungen zum amtierenden Meister SC Magdeburg, der bereits neun Minuspunkte zu verdauen hat.
SPORT BILD hakte bei Melsungens Kapitän Timo Kastening nach. Ist Melsungen fast schon Meister, Herr Kastening?
„1000-prozentig nicht“, antwortet der National-Rechtsaußen in Sekundenschnelle. „Bei diesem Verlauf in dieser Saison ist ein Vier-Punkte-Vorsprung gar nichts! Stand heute würde ich sagen, wir werden nicht Meister. Aber ich bin ab und an auch mal am Träumen und würde mir wünschen, mit der MT Melsungen mal einen Titel zu holen.“
Handball-Star Timo Kastening: „Vier Punkte Vorsprung sind gar nichts“
Der Linkshänder erklärt seine Rechnung: „Unser Vorsprung ist extrem trügerisch. Ein Blick auf die Verletztenlisten bei den Top-Klubs reicht doch schon. Man kann nichts einkalkulieren. Eine Niederlage für uns am Sonntag in Magdeburg, dann sind es nur noch zwei Punkte Vorsprung und unser Momentum ist weg. Dann kann sich so was auch ganz schnell drehen.“
Magdeburg und Melsungen sind massiv von Ausfällen betroffen, beide müssen am Sonntag auf jeweils fünf wichtige Stammkräfte verzichten.
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Kastening: „Es scheint schon eine Belastungsfrage zu sein, aber das ist in der Liga ja nichts Neues. Wir hatten letzten Sommer Olympia, mit der WM im Januar haben wir jetzt gefühlt den Peak erreicht. Da kommt es ganz klar gehäuft zu Verletzungen.“
Seine Meinung zur Belastungs-Diskussion im Handball: „Ich möchte das Thema gar nicht hinterfragen, ich spiele gerne Handball und möchte am liebsten jedes Jahr ein Groß-Turnier spielen und für Kinder ein Vorbild sein. Und ich möchte damit mein Geld verdienen, all das geht nur durch Angebot und Nachfrage. Ich habe bei der Belastungsfrage auch noch nie von einer fundierten Lösung gehört.“


