Handball-Legende Uwe Gensheimer (38) feierte am Dienstagabend einen rauschenden Abschied von seiner einzigartigen Karriere.
Vor 13.000 Fans in der prall gefüllten Mannheimer SAP Arena lieferten sich die von Gensheimer zusammengestellten Allstars ein Spaß-Match gegen die Rhein-Neckar Löwen, bei denen er den Großteil seiner Karriere (außer drei Jahre bei PSG) verbrachte und seit Sommer Sportlicher Leiter ist.
Unfassbare Titelserie!: Dänemarks historischer WM-Triumph im VIDEO
Am 30. Mai des letzten Jahres hatte er letztmals in einem Pflichtspiel im Löwen-Trikot auf der Platte gestanden – nun sagte er an der Seite vieler alter Weggefährten „Tschüss Handball“. Natürlich mit seiner legendären Nummer 3 auf dem Rücken.
Und der frühere Weltklasse-Linksaußen war bereits emotional, bevor es überhaupt losging. Das gestand er am Dyn-Mikro: „Auf dem Weg zum Hotel wurde mir ein Video von den Jungs gezeigt und da sind mir schon die ersten Tränen geflossen.“
Auch nach dem Spiel, als er per Plakat neben Ex-Mitspieler Andy Schmid auf einer Wand in der SAP Arena verewigt wurde, Grußbotschaften von Sportlerkollegen (u.a. Kroos, Gislason, Kuntz) eingespielt werden und er seine Ehrenrunde dreht, stehen Gensheimer immer wieder die Tränen in den Augen.
Schließlich nahmen seine alten Jungs einiges auf sich, um beim Abschied dabei zu sein. Die weiteste Anreise hatte Kim Ekdal (35/2012-18 bei den Löwen), der extra aus Hongkong, wo er Nationaltrainer ist, nach Mannheim eingeflogen war.
Der Älteste auf dem Feld: Christian „Blacky“ Schwarzer, der mit 55 Jahren nochmal das Trikot überstreifte und am Kreis ackerte.
Außerdem am Start: Silvio Heinevetter, Jogi Bitter, die aktuellen Nationaltorhüter Andreas Wolff und David Späth sowie Patrick Wiencek, Henrik Pekeler und Andy Schmid (Nationaltrainer Schweiz).
Als Trainer hatte Gensheimer keinen Geringeren als Nicolaj Jacobsen (54/trainierte die Löwen von 2014-19) engagiert. Auch er ließ es sich nicht nehmen, nur 48 Stunden nachdem er Dänemark zum vierten WM-Titel in Folge geführt hatte, in Mannheim auf der Bank Platz zu nehmen.
Es galt schließlich eine Legende zu ehren: 17 Jahre in der Handball-Bundesliga – 435 Spiele, 2438 Tore, Deutscher Meister, Pokalsieger, viermal Handballer des Jahres, Olympia-Bronze.
Löwen- und DHB-Keeper David Späth: „Uwe hat so ein Standing, nicht nur im Verein, sondern weltweit, das ist schon sehr beeindruckend.“
Heinevetter: „Er war immer ein super-feiner Typ, unabhängig vom Sportlichen, da muss ich nicht viel zu sagen.“
Weinhold: „Sein Handgelenk war wirklich phänomenal und vielleicht das beste, was je auf Linksaußen gab. Mit sicherheit einer der besten zwei Spieler aller Zeiten auf der Position.“

Sein letztes Tor: Gensheimer trifft per Spezialwurf aus sieben Metern
Was ihm das bedeutet, dass so viele seiner Einladung gefolgt sind? Gensheimer: „Extrem viel. Neben all dem, was man in einer über 20 Jahre dauernden Karriere an Siegen feiert, sind die Bekanntschaften und Freundschaften und die Erlebnisse, die man miteinander teilt, so viel wert. Das bedeutet mir so viel, dass die Jungs auch weite Reisen auf sich genommen haben. Die Atmosphäre ist unglaublich, ich bin wirklich dankbar für diese Wertschätzung, das kann ich gar nicht beschreiben.“
Das letzte Tor der Partie unter „Uwe, Uwe“-Sprechchören und Standing Ovation gehörte natürlich Gensheimer, der einen Siebenmeter zum 38:36 seiner Allstars mit seinem berühmten Effet-Wurf verwandelte – getreu dem Motto des Abends: „The last spin“.


