Doppelt schmerzhafter Abend für Sloweniens Handball-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft.
Gegen Ägypten kassiert der WM-Dritte von 2017 im vorletzten Hauptrundenspiel in Zagreb eine 25:26-Pleite. Damit ist der Traum vom Viertelfinal-Einzug geplatzt. Schlimmer noch: Bei der Niederlage verletzt sich ihr Spielmacher Rok Ovnicek (29) schwerer am Knie.
Mitten ins Gesicht: Für diesen 7-Meter-Treffer zeigt er sofort ROT
Gegen Ende der ersten Halbzeit passiert es: Der zentrale Rückraumspieler vom HBC Nantes setzt zu einem Sprungwurf an, doch zu einem Abschluss kommt er nicht mehr. Beim Absprung verletzt sich der Slowene ohne Gegnereinwirkung so schmerzhaft am rechten Knie, dass er die Aktion abbricht und direkt zu Boden geht. Dort bleibt er mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen.
Fair-Play-Geste der Handball-WM: Ägypter tragen verletzten Gegner vom Feld
Tolle Geste: Zwei ägyptische Gegenspieler helfen trotz aller sportlicher Rivalität dabei, Ovnicek, der nicht mehr auftreten kann, vom Spielfeld in Richtung der slowenischen Bank zu tragen. Die Fair-Play-Aktion der WM.

Das sah nicht gut aus: Sloweniens Rok Ovnicek bleibt neben dem Tor der Ägypter liegen, hält sich sein verletztes Knie
Nur wenige Sekunden nach der Halbzeitpause erleben auch die Nordafrikaner einen Schreckmoment. Ahmed Nafea (27), ausgerechnet einer der Helfer bei Ovniceks Verletzung, knickt unglücklich um, humpelt gestützt von der Platte. Immerhin: Für ihn geht es nach ein paar Minuten auf der Bank wieder weiter.
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Die Slowenen laufen die gesamte zweite Hälfte einem Rückstand hinterher, geben aber nie auf. Und tatsächlich: In der allerletzten Minute bekommt Ägypten bei einem Tor Vorsprung ein Stürmerfoul gegen sich gepfiffen. 45 Sekunden bleiben Slowenien, um doch noch zumindest den Ausgleich zu schaffen. Sie kommen wenige Sekunden vor Ende aus guter Position zum Abschluss, aber Ex-Kieler Miha Zarabec (33) trifft nur das Außennetz. Aus!
Dank des Sieges hat Überraschungsteam Ägypten (schlugen in der Vorrunde schon Co-Gastgeber Kroatien) gute Chancen auf den Einzug in die K.-o.-Phase.
Nachdem Kroatien am späteren Abend durch den klaren Sieg gegen den bisherigen Ersten Island (32:26) die Tabellenführung übernommen hat, liegen die Ägypter vor dem letzten Spieltag punktgleich mit dem Co-Gastgeber und Island auf Rang zwei und damit auf Viertelfinal-Kurs.
In dieser Konstellation zählt der Dreiervergleich. Da jeder einmal gegen jeden gewonnen hat (inkl. Vorrunde) kommt es auf das Torverhältnis aus diesen Spielen (gegen Island und Kroatien) an. Und da liegt Ägypten hinter Kroatien, aber vor Island.
Heißt: Schlagen sie am letzten Spieltag am Sonntag (18 Uhr) den punktlosen Letzen Kap Verde, stehen sie sicher im Viertelfinale.
Wie weit sie dann auch kommen – Anwärter auf den Fair-Play-Preis wären sie allemal.


