Jetzt wird der Fall um den positiv getesteten Handball-Portugiesen richtig skurril.
Nach dem 30:21 zum Start der Handball-WM 2025 Portugals gegen die USA gab es auch am Freitagabend einen lange umkämpften Sieg (30:26 gegen Brasilien). Wie schon zum Auftakt fehlte den Portugiesen Miguel Martins (27/Aalborg Handbold). Grund: eine positive Doping-Probe. Von vor einem Jahr. Jetzt kommt aber raus, dass eine weitere Probe negativ war. Klingt verwirrend? Ist es!
Das Doping-Durcheinander: Mit Portugal nimmt Martins an der EM 2024 in Deutschland teil. Im zweiten Spiel in Gruppe F müssen sie in München gegen Tschechien ran (30:27). Nach dem Spiel wird er getestet, das Ergebnis der Doping-Probe ist negativ, Wochen später bei einem erneuten Test dann positiv.
In der entnommenen Probe soll ein „von der Norm abweichendes Analyseergebnis in Bezug auf exogenes Testosteron“ nachgewiesen worden sein. Nach SPORT BILD-Informationen wurde die Probe allerdings in Mannheim genommen, obwohl Martins in München spielte…
Seltsam auch: Suspendiert wurde Martins 2024 nicht, er durfte seine Saison bei Pick Szeged (Ungarn) zu Ende spielen. Auch nach seinem Wechsel zu Aalborg im Sommer geschah nichts, der Rückraumspieler trat in der dänischen Liga und in der Champions League weiter unbescholten an. Am 15. Januar 2025 teilt der portugiesische Verband aber mit, dass Martins am Abend des 14. Januar vom Turnier ausgeschlossen wurde.
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Bis hierhin schon kurios genug. Aber es wird noch wilder. Die Internationale Test Agentur ITA bestätigte zwar, dass der Portugiese bereits vor einem Jahr positiv getestet wurde. Allerdings ist die ITA bei Turnieren der Europäischen Handballföderation (EHF) gar nicht für Dopingproben zuständig. Das ist Aufgabe der Anti-Doping-Einheit der EHF. Und diese hatte Martins ebenfalls getestet. Das Ergebnis: negativ!
Handball-Star zu Unrecht suspendiert?
Hans Holdhaus, Chef der Anti-Doping-Einheit der EHF, gegenüber dem Portal „handball-world“: „Die Probe, die wir von ihm haben, ist eine Probe von der EM – und die war negativ.“
Und EHF-Generalsekretär Martin Hausleitner: „Die ITA hat, aus welchen Gründen auch immer, die Probe im März wieder geöffnet“.
Überrascht zeigte sich auch Martins. Der Spielmacher vor wenigen Tagen auf Instagram: „Leider muss ich über Folgendes informieren: Gestern wurde ich benachrichtigt, dass ich vom 14. Januar 2025 an suspendiert bin. Ich war und bin immer noch zutiefst schockiert über diese Information.“
Jan Larsen, Geschäftsführer von Martins dänischem Klub: „Das ist natürlich ein großer Schock für uns, und wir haben uns sofort mit Miguel in Verbindung gesetzt, der genauso ratlos ist wie wir und darauf besteht, dass er nichts Illegales getan hat. Er hat sofort um den B-Test gebeten, um der Sache auf den Grund zu gehen, aber es ist klar, dass er nicht an der Weltmeisterschaft teilnehmen wird.“
Portugal muss am Sonntag im dritten Vorrundenspiel gegen Norwegen ran (20.30 Uhr) – ohne Martins.
Den kompletten Spielplan der Handball-WM 2025 gibt’s hier im Überblick.

