Diese Szene sah übel aus.

Bei der Niederlage des VfL Potsdam gegen den SC DHfK Leipzig (26:35) bekam Potsdams Spielmacher Elias Kofler (24) unabsichtlich den Ellenbogen von Leipzigs Nationalspieler Luca Witzke (25) ins Gesicht. Er, sein Team und die 2103 Fans in der MBS-Arena hatten ein paar bange Minuten zu überstehen.

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Quelle: DYN

Doch der eisenharte Österreicher ließ sich in der Kabine die Platzwunde nähen und spielte nach der Pause, ab der 38. Minute wieder mit.

Kofler verrät: „Ich wurde von unserem Teamarzt in der Kabine super versorgt. Mir geht es gut. Er hat mich mit drei Stichen über dem rechten Auge genäht, zweimal durch den Muskel und einmal durch die Haut. Die Stelle ist noch ein bisschen taub. Mir war nicht schwindelig, nicht schlecht. Ich habe mich gut gefühlt und unserem Arzt gesagt, dass er sich beeilen soll, weil ich wieder raus spielen will.“

Hier knallt Witzkes Ellenbogen ins Gesicht von Elias Kofler (l.)

Hier knallt Witzkes Ellenbogen ins Gesicht von Elias Kofler (l.)

Foto: Jan Huebner

Teamarzt nähte Kofler direkt in der Kabine

Kofler wollte so schnell wie möglich zurück aufs Parkett. Teamarzt Dr. med. Johannes Buitenhuis (34) war sofort zur Stelle. Der Orthopäde und Unfallchirurg erklärt: „Elias hatte eine Kopfplatzwunde erlitten. Da die Verletzung nur oberflächlich war und keine Gehirnerschütterung vorlag, war der Wiedereinsatz vertretbar. Natürlich habe ich als Arzt beim Nähen auch auf die Ästhetik geachtet, dass nach der Heilung keine unansehnliche Narbe bleibt. Er hat eine kleine Betäubung bekommen, habe ihn mit drei Stichen genäht. Der Junge ist hart im Nehmen, wollte unbedingt zurück auf das Parkett.“

Teaser-Bild

Foto: BILD

Für Kofler war das nicht der erste Crash: „Im letzten Jahr in der zweiten Liga erlitt ich im Spiel gegen Dresden eine Gehirnerschütterung. Spiele zu Weihnachten sind offenbar für mich gefährlich und nicht mein Ding.“

Den Zusammenstoß mit Witzke erlebten Koflers Eltern Angelika und Thomas und seine 5 Geschwister (extra aus Österreich angereist) auf der Tribüne mit. Kofler: „Sie waren natürlich erleichtert, dass alles gut gegangen ist, und wir morgen mit Zwiebelsuppe und kalter Platte in Potsdam alle zusammen Weihnachten feiern und noch ein paar schöne Tage verbringen können.“

Elias Kofler und seine Mama Angelika, die sich die genähte Platzwunde über dem Auge ansieht

Elias Kofler und seine Mama Angelika, die sich die genähte Platzwunde über dem Auge ansieht

Foto: IMAGO/Jan Huebner

Obwohl Potsdam nach 14 Spielen immer noch keine Punkte hat, war die erste Saisonhälfte für Elias Kofler ein Erfolg. Der junge Spielmacher wurde in den 18-köpfigen WM-Kader für Österreich berufen und freut sich auf das Turnier: „Ich war je schon einmal als Nachrücker dabei, aber jetzt stehe ich richtig im Kader. Das ist noch einmal was anderes. Ich bin heiß darauf, eine gute Leistung abzuliefern, wir wollen als Team eine gute Hauptrunde spielen.“

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