Bislang trennte der Atlantik zwei Basketball-Welten. In Nordamerika die NBA, die größte und teuerste Liga der Welt mit den spektakulären Superstars. In Europa die gewachsenen nationalen Ligen und darüber eine Vielzahl von internationalen Wettbewerben – mit der privatwirtschaftlich organisierten Euroleague als Königsklasse.
Doch jetzt könnte diese Struktur gleich doppelt ins Wanken geraten! Weil die NBA den europäischen Markt ins Visier nimmt. Aber auch, weil die Euroleague vor einem Umbruch steht.
Kommt die Basketball-Revolution in Europa?
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Gerüchte, dass die NBA mit einer eigenen Konkurrenz-Liga nach Europa kommen will, gab’s schon länger. Nun bestätigte das auch FIBA-Generalsekretär Andreas Zagklis (44). „Es gibt ein klares Interesse und anhaltende Diskussionen mit der FIBA“, sagt der Grieche bei seiner jährlichen Pressekonferenz. Er betonte jedoch: „Wir reden aber auch weiter mit der Firma, die die Euroleague betreibt.“
NBA-Commissioner Adam Silver (62) hatte zuletzt mehrmals betont, dass seine Liga Unternehmungen in Europa prüfe. Und sich vor allem das Nachwuchs-System der Spitzenklubs genau ansehe. Daher wird mit Spannung erwartet, ob der mächtige Manager beim NBA-Gastspiel der San Antonio Spurs und Indiana Pacers in Paris (23. bis 25. Januar 2025) etwas Neues zu verkünden hat …
Schon Mitte November hatte der Trainer von Euroleague-Champion Panathinaikos Athen, Ergin Ataman (58), die Fans mit einer Aussage überrascht: „Vorsicht, Euroleague, vielleicht verliert ihr Panathinaikos in der Zukunft an die NBA, mit dem, was der Klub erreicht hat.“
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Auch Europas Top-Liga steht vor dem Umbruch. 13 Teams (u.a. FC Bayern) haben als Anteilseigner eine sogenannte A-Lizenz – die fünf übrigen (darunter Alba Berlin) können sich für eine Saison per Wildcard für 1 Mio. Euro einkaufen. Sämtliche A-Lizenzen laufen 2026 aus und müssen erneuert werden. Laut „The Athletic“ haben die 13 Klubs im Juni auch eine Absichtserklärung abgegeben, aber noch keine finale Unterschrift geleistet.
Nach Informationen des Sport-Ablegers der „New York Times“ würden Real Madrid, der FC Barcelona und Fenerbahce Istanbul zumindest in Erwägung ziehen, ihre A-Lizenz auslaufen zu lassen. Alba habe zudem keine Chance, eine dauerhafte A-Lizenz zu bekommen.
In SPORT BILD hatte Alba-Boss Marco Baldi (62) zuletzt das Gebaren der Euroleague kritisiert. Dabei störte er sich vor allem daran, dass unter dem neuen Liga-Boss Paulius Motiejunas (43) die Macht der 13 Anteilseigner gewachsen sei – und diese über die Köpfe der fünf anderen hinwegregieren würden.
Dazu kommt, dass die Schere zwischen Arm und Reich in der Euroleague immer weiter auseinandergeht – und die finanz-schwächeren Klubs wie Alba Berlin längst von den Dickschiffen wie Panathinaikos, Olympiakos, Fenerbahce oder Real Madrid abgehängt wurden und keine sportliche Perspektive mehr haben.
Nicht zu stoppen!ER dominiert die BBL
Baldi: „Das große Problem in der Euroleague scheint zu sein, dass unter den Klubs nicht die allergrößte Einigkeit herrscht. Die Führungsstruktur und Entscheidungsfindung hat sich von einem früheren CEO komplett auf die A-Lizenz-Klubs verlagert. Das kann gut sein. Aber wenn keine Einigkeit besteht, wird es sehr schwierig. Da stehen wir gerade irgendwo, aber das ist ein Blick von außen, wie gesagt.“
Zuletzt gab es Unmut über die Vergabe der Endrunde 2025 nach Abu Dhabi! Auch die Überlegungen, ein Retorten-Team aus Dubai aufzunehmen, stieß – vorsichtig formuliert – nicht bei allen 18 Teilnehmern auf Gegenliebe.
Hinzu kommt: Schon seit Jahren laufen Gespräche zwischen der FIBA (mit Präsident Sheikh Saud Ali Al Thani aus Katar) und der Euroleague über eine Zusammenführung der Liga mit der Champions League. Zuletzt gab es dort Zeichen für eine Annäherung.
Sollten beide Wettbewerbe verschmolzen werden, würde das mit mehr Klubs und einem anderen Modus ebenfalls eine Revolution bedeuten.



