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Als Junge warf Hannes Steinbach (20) zu Hause im Garten von Gut Moos Körbe mit Dirk Nowitzki (47). Steinbachs Vater Burkhard (55) ist seit Ende der 1990er-Jahre mit dem Basketball-Idol befreundet, seit sie zusammen in Würzburg spielten. Jetzt ist das Riesen-Talent selbst auf dem Sprung in die NBA. Am 23. und 24. Juni steigt im Barclays Center in Brooklyn/New York der jährliche Draft. Und die Experten gehen davon aus, dass Steinbach in der ersten Runde einen Klub finden wird. „So richtig realisiert habe ich es noch nicht“, gesteht der 2,09-Meter-Mann.

Foto: Dyn

Nach einer starken Rookie-Saison bei den Fitness First Würzburg Baskets war Steinbach vergangenen Sommer aus der Easycredit BBL ans College gewechselt. Normalerweise verbringen Talente vier Jahre dort – der Center meldete sich nach nur einer Saison an der University of Washington für den NBA-Draft an! „Ich bin mit der Intention ans College gegangen, sichtbarer für die amerikanischen Medien und Scouts zu sein“, erklärt er den mutigen Schritt. „Nachdem ich eine sehr gute individuelle Saison gespielt habe, hat sich die Option direkt so ergeben. Für mich war es immer der Traum, in die NBA zu gehen. Also war es nicht wirklich die Option, ans College zurückzukehren.“

Vor dem NBA-Draft: So viele Teams buhlen um Super-Talent Hannes Steinbach

Das Risiko dabei: Ein Spieler kann sich in seiner Karriere nur einmal für die Talente-Vergabe anmelden. Greift dann kein Klub zu, muss er sein Glück als sogenannter „Free Agent“ versuchen.

Darum gibt es in den Monaten vor dem Draft regen Austausch zwischen Beratern und NBA-Klubs. Wenn das Interesse konkret ist, werden die Spieler zu Probetrainings eingeladen. Steinbach tourt darum seit drei Wochen durch die USA. Bis zum Draft-Tag wird er sich bei acht oder neun Klubs vorgestellt haben. Um optimal vorbereitet zu sein, trainiert er dazwischen im Camp seiner Berater-Agentur in Irvine/Kalifornien. „Es ist natürlich stressig, von Team zu Team zu fliegen“, sagt der U19-Vizeweltmeister. „Aber ich genieße den Prozess eher, weil es schön ist, so viele neue Leute kennenzulernen.“

Geht man nach der renommierten Vorhersage („Mock Draft“) von ESPN würde Steinbach aktuell als fünfzehnter Spieler einen Arbeitgeber finden. Jahresgehalt: rund 5 Mio. Dollar (4,3 Mio. Euro)! Doch die Einschätzungen schwanken von Woche zu Woche stark. Fest steht nur die Reihenfolge, in der die NBA-Teams zugreifen dürfen. So sind an 15. Stelle beispielsweise die Chicago Bulls an der Reihe.

„Ich versuche, da nicht so viel drauf zu achten, auch wenn das nicht ganz einfach ist“, gibt Steinbach zu. Als Kind war sein Lieblingsspieler zwar Derrick Rose (37) von den Bulls, aber Steinbach beteuert: „Ich habe wirklich nicht das eine Team, wo ich am liebsten hingehen würde, wenn ich es mir aussuchen könnte. Sondern einfach das, wo ich die Option habe zu spielen und wo es ein gutes Umfeld gibt.“

Den großen Tag wird Steinbach live vor Ort mit seinen Eltern, seiner Schwester, zwei guten Freunden und seinen Beratern aus Europa verbringen. Auch ein Schneider ist schon beauftragt, für den größten Tag seines Lebens einen neuen Anzug zu nähen.

Egal welches Team am 23. Juni seinen Namen aufruft – Steinbach hat hohe Ziele: „Am liebsten würde ich die nächsten zehn Jahre bei einem NBA-Team bleiben und zehn Meisterschaften gewinnen. Aber realistisch: Vielleicht ein oder zwei und auf einem All-Star-Level spielen zu können, das wäre NBA-technisch perfekt. Und in der Nationalmannschaft die Erfolge aus den letzten Jahren vielleicht wiederholen zu können und mich da als einer der Leistungsträger zu etablieren.“

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