Jetzt ist das Finale nur noch ein Spiel entfernt. Die Basketballer des FC Bayern machen den nächsten Schritt in Richtung Titelverteidigung, gewinnen in den Halbfinal-Playoffs der Easycredit Basketball-Bundesliga auch Spiel zwei zu Hause gegen die Telekom Baskets Bonn. Und wie! Nach dem Zittersieg im Auftaktspiel der Serie nehmen die Münchner die Gäste diesmal auseinander, siegen 91:69 und haben damit den ersten Final-Matchball in der Best-of-Five-Serie.
Und das ohne ihren Besten! Weltmeister Andreas Obst fehlt – weshalb, das bleibt offen. Auf Social Media und in der Halle wundern sich die Fans, eine offizielle Erklärung des Meisters gibt es nicht. Ex-Profi Andrei Mangold, der für beide Klubs auflief, im Dyn-Halbzeit-Interview: „Ich weiß nicht, was mit Andi Obst ist, den haben wir noch nicht gesehen heute.“ Dabei bleibt es bis zum Ende, denn Obst steht gar nicht erst im Kader.
Doch auch ohne den Super-Shooter reicht es zum ganz lockeren Sieg gegen diesmal enttäuschende Bonner. Denen macht der Ausfall ihres Point Guards Jason Murphy, bester Rebounder in Spiel eins (8), deutlich mehr zu schaffen als den Bayern das Obst-Fehlen. Murphy hatte in Spiel eins die Halle humpelnd verlassen und wurde nicht mehr rechtzeitig fit.
Dyn-Kommentator Michael Körner: „In Spiel eins haben sich die Bonner sehr stark auf ihn fokussiert. Murphy ist ein absoluter Schlüssel zu allem.“ Und der fehlte den Gästen spürbar.
Fans wundern sich! Weltmeister-Rätsel bei Bayern-Sieg
Schon zur Pause wird es ganz bitter für die Baskets. Sie bekommen kaum Zugriff aufs Spiel, leisten sich leichte Ballverluste, offenbaren riesige Lücken in der Defensive. Von der Reboundstärke aus Spiel eins (allein 18:7 Offensivrebounds pro Bonn) ist nicht mehr viel zu sehen. Die Bayern ziehen unaufhaltsam davon. Was für eine bittere Halbzeit für die Gäste, die mit einer 50:27-Führung für den Titelverteidiger endet.
Dyn-Kommentator Michael Körner: „Gerade im zweiten Viertel die Bonner mit einer erschreckend schwachen Vorstellung. Das hatte mit Playoff-Intensität und -Einstellung einfach mal nichts zu tun.“
Besser wird es nach dem Seitenwechsel nicht wirklich. Die Bayern spielen es seriös herunter. Bester Werfer des Abends: Nathan Rathan-Mayes mit 20 Zählern. Bei Bonn punkten einzig Alijah Comithier (18) und Joel Aminu (16) zweistellig. Stark unter den Körben: Bayerns Jo Voigtmann mit elf Rebounds (davon 8 defensiv).
Weiter geht’s am Donnerstag (18.30 Uhr live bei Dyn/Anzeige) mit Spiel drei, dem ersten in Bonn. Dann haben die Mannen von Trainerlegende Svetislav Pesic die erste Chance, das Finale klar zu machen.
Bonns Patrick Heckmann gibt aber noch nicht auf: „Natürlich brauchen wir 100 Prozent von uns, dass wir die Bayern schlagen und wenn wir dann noch unsere Fans haben, die uns noch 3 bis 4 Prozent mehr geben, ist die Chance noch etwas höher. Es ist ein Do-or-die-Spiel.“
Bayerns Voigtmann weiß, was sein Team auswärts erwartet: „In Bonn ist immer gute Stimmung, das wird ein richtiges Basketballfest. Wir hoffen, dass es nur eins wird.“

