Mit seiner Vorlage zum 1:0-Siegtreffer (51.) am Mittwochabend im Conference-League-Finale gegen Rayo Vallecano sorgte Adam Wharton (22) für Aufsehen. Nicht das erste Mal in dieser Saison. Bei der WM in wenigen Wochen (11. Juni bis 19. Juli) ist der englische Mittelfeld-Star von Crystal Palace dennoch nicht dabei. Genau das führt zu Diskussionen auf der Insel.
Die „BBC“ schreibt: „Tuchels größter Fehler? Wharton glänzt nach Nichtberücksichtigung für England.“
„TNT Sports“: „Thomas Tuchel, schaust du zu? Wie gewohnt beeindruckend am Ball.“
Klar ist: Wharton absolvierte in dieser Saison 53 Spiele, 45 Mal davon stand er in der Startelf. Immer wieder rief er seine Leistung ab, bereitete für seinen Klub acht Tore vor und traf einmal selbst. In Englands 26-Mann-Kader für die WM 2026 schaffte er es dennoch nicht. Ex-England-Star Glenn Hoddle (68/53 Länderspiele) bei „TNT Sports“ bereits VOR dem Finale am Mittwoch: „Ich bin etwas überrascht. Ich liebe seine Art, nach vorne zu schauen und zu passen. Er kann tödliche Pässe spielen, Pässe, die die gesamte Abwehr mit einem einzigen Pass aushebeln.“ Und: „Ich bin mir nicht sicher, ob wir so viele haben, die das aus einer tiefen Position konstant gut können. Deshalb war ich definitiv überrascht, als ich sah, dass er nicht dabei ist.“
Nach dem Spiel ergänzte er: „Das ist die Qualität, die wir haben. Ich hätte ihn in den Kader berufen. Er ist ein hervorragender Fußballer.“
Adam Wharton mit seiner Freundin Alice Lindqvist nach dem gewonnenen Finale in der Conference League
Ex-England-Verteidiger Joleon Lescott (43/26 Länderspiele) verteidigt zwar Nationaltrainer Thomas Tuchel (52), sagt aber auch: „Es ist eine schwierige Entscheidung für einen englischen Nationaltrainer, aber wenn Adam Wharton nominiert worden wäre, hätte das wohl niemanden überrascht.“
Tuchels WM-Kader
In der vergangenen Woche stellte Trainer Tuchel seinen Kader für das Turnier in diesem Sommer vor. Der ehemalige Bundesliga-Trainer erklärte: „Die Entscheidung über die Nominierung war ein schwieriger Prozess.“ Und: „Wir versuchen, das bestmögliche Team zu bauen – nicht einfach die 26 talentiertesten Spieler auszuwählen. Wir sind rund um die Uhr zusammen, nicht wie im Vereinsfußball mit einem freien Tag. Wir haben uns viele Gedanken über diese weichen Faktoren gemacht und darüber, wie wir die richtige Chemie im Team entwickeln können. Ich denke, wir haben die richtige Balance gefunden.“
Neben Wharton reisen unter anderem auch Cole Palmer (Chelsea), Phil Foden (ManCity) und Harry Maguire (ManUnited) nicht mit zur WM.

