Sorgenvolle Szenen auf Court 6 bei den French Open! Der Tscheche Jakub Mensik (20) bricht am frühen Mittwochabend zusammen – direkt nach seinem Sieg. Gerade hat die Nummer 27 der Welt sein Zweitrunden-Match gegen den Argentinier Mariano Navone (25) 6:3, 2:6, 6:4, 1:6, 7:6 gewonnen, da sackt er nach dem Matchball zusammen und bleibt liegen.
Navone eilt zu seinem Gegner, klopft ihm auf die Schulter, reicht ihm die Hand. Doch Mensik rührt sich nicht. Sein Trainer will auf den Platz, wird aber offenbar zurückgehalten. Stattdessen kümmern sich Schiedsrichter und Sanitäter um das Talent.
Fast zehn Minuten vergehen, bis Mensik aufsteht – nur mit starker Hilfe der Betreuer. Schmerzhafte Krämpfe plagen ihn. Mehrmals versucht er, selbst hochzukommen, sackt aber immer wieder zurück auf den roten Sand.
„Die ersten drei Sätze war alles gut, ich war top auf die Bedingungen vorbereitet“, erklärt Mensik später. „Unglücklicherweise konnte ich zu Beginn des vierten Satzes meinem Körper keine Elektrolyte mehr zuführen. Ich habe aufgehört zu trinken und das war die Ursache für die Probleme, die dann folgten.“
Hitze-Drama auf dem Court
Auf dem Platz herrschten rund 35 Grad – der bislang heißeste Tag der diesjährigen French Open. 4:41 Stunden standen sich die Kontrahenten gegenüber, ohne Schatten. Schon während des letzten Satzes war unübersehbar, dass der Tscheche mit Krämpfen zu kämpfen hatte.
„Es war wohl wegen der Hitze und durch die Sonne. Es ist verrückt, das Match dauerte über viereinhalb Stunden. Du hast aber netto nur eine Minute beim Seitenwechsel, da kannst du nicht abkühlen“, sagte er. „Erst am Ende hatte ich Krämpfe, aber ich bin auf meinen Füßen vom Platz gegangen und dann ins Eisbad und in den Kraftraum, um zu regenerieren.“
Nun hat Mensik bis Donnerstag Zeit, sich zu erholen. Dann trifft er in der 3. Runde auf den Australier Alex de Minaur (27), die Nummer 7 der Welt. „Ich bin glücklich, dass ich heute gekämpft und immer an mich geglaubt habe.“

