Der Essener Aufstiegstraum ist geplatzt – und danach fliegen die Fetzen! Greuther Fürth dreht die 0:1-Hinspielpleite, gewinnt das Rückspiel zu Hause mit 2:0 und bleibt in der 2. Bundesliga. Rot-Weiss Essen muss weiter auf die Rückkehr in Liga zwei warten – dort spielte der Traditionsklub zuletzt in der Saison 2006/07. Ausgerechnet ein gebürtiger Essener versaut RWE den Traum und sorgt am Ende auch noch für Ärger: Noel Futkeu (23).
Der Zweitliga-Torschützenkönig (19 Treffer) stochert in der 29. Minute das 1:0 über die Linie. Nach der Pause legt Kapitän Branimir Hrgota (33) mit einem starken Abschluss zum 2:0 nach (47.). Doch Futkeus Jubel sorgt für Ärger. Nach seinem Treffer soll er Essens Verteidiger Ben Hüning (21) provoziert haben. Der RWE-Spieler tobt bei Sky: „Für mich komplett daneben, komplett lächerlich, das geht einfach nicht. Es ist einfach unsportlich.“ Und weiter: Gegenseitiger Respekt sei im Fußball „immer nötig und wichtig.“
Nach seinem Treffer lief Futkeu offenbar an der Essener Bank entlang und soll Hüning etwas zugerufen haben. Schon im Hinspiel hatten sich beide intensive Zweikämpfe geliefert.
RWE-Trainer Uwe Koschninat (54)
Futkeu, der im Sommer durch eine Rückkaufoption zu Eintracht Frankfurt zurückkehrt, wollte sich nicht weiter auf die Diskussion einlassen. „Ich gehe nicht auf ihn ein, möchte ich nicht. Wir haben gewonnen, Klassenerhalt, fertig“, sagte er. Und weiter: „Er weiß genau, was er im Hinspiel gemacht hat. Die wissen genau, was sie im Hinspiel gemacht haben. Mehr brauche ich nicht sagen.“
Ärger nach Abpfiff
Die Partie war ohnehin hochemotional. Nach dem Schlusspfiff kam es zu einer Rudelbildung. Unter anderem mischte Essens Ruben Reisig mit. Der frühere Fürther Dickson Abiama stieß dabei Fürth-Spieler Paul Will, der zu Boden ging.
Während in Fürth ausgelassen gefeiert wird, herrscht in Essen tiefe Enttäuschung. Nach dem 1:0 im Hinspiel war die Rückkehr in die 2. Liga nach 19 Jahren zum Greifen nah – nun ist der Traum geplatzt.
Hüning beschreibt seine Gefühlslage mit nur zwei Worten: „komplett leer“. Keeper Jakob Golz sagt: „Es tut unfassbar weh.“ Trainer Uwe Koschinat (54) versucht dennoch, Stolz zu vermitteln: „RWE hat Eindruck in Deutschland hinterlassen. Das bleibt irgendwann, wenn der Schmerz vorbei ist.“

