Ein Ausfall, der ihm richtig wehtut! Dieser Grand Prix von Kanada wird den Formel-1-Fans definitiv in Erinnerung bleiben. Zum einen wegen des rundenlangen Duells zwischen den beiden Mercedes-Piloten George Russell (28) und Kimi Antonelli (19), zum anderen wegen des bitteren Aus für den in Führung liegenden Russell in der 30. Runde. Was für ein Drama!
So holt sich Antonelli seinen vierten Sieg in dieser Saison. Nach dem Zoff im Sprint schenken sich die Teamkollegen schon wieder nichts! In Runde 6 überholt Russell den WM-Führenden Antonelli. Der Italiener verbremst sich und kann einen Crash gerade so verhindern. In Runde 13 Teil II des packenden Duells um die Führung. Auch in Runde 17 berühren sich beide fast. Wenig später muss Antonelli den Notausgang nehmen. Ein Wahnsinn!
In Runde 6 crasht Kimi Antonelli (19/r.) fast in George Russell (28)
In Runde 30 ist es dann vorbei. Nix geht mehr! Russell muss seinen Rennwagen abstellen. Vor Wut wirft er seine Kopfstütze auf die Strecke und schlägt mit den Fäusten auf die Motorhaube. Kurz danach wurde der stellvertretende Mercedes-Teamchef Bradley Lord in der deutschen TV-Übertragung bei „Sky“ interviewt. Doch er war in diesem Moment noch ratlos, was die genaue Ursache für den Ausfall war. Der Brite erklärte: „Der Motor hat sich einfach ausgeschaltet, wir wissen aber die Ursache dafür nicht.“ Infolgedessen habe man auch bei Teamkollege Antonelli alles gecheckt, richtig etwas machen konnten sie allerdings nicht.
Lord gibt danach auch zu: „Das sind immer noch frische Technologien und neue Motoren. Da kann sowas leider immer passieren.“ Extrem bitter nur für Russell, der so weiter Boden auf Antonelli in der Fahrerweltmeisterschaft verliert. Der Brite erklärte danach beim Interview: „Der Motor ging plötzlich auf dem Weg in die Kurve aus. Keine Elektrik, keine Bremse. Mir fehlen ein wenig die Worte, ich kann nicht mehr sagen.“
Russell-Frust: „Was soll ich machen“
Und weiter: „Es war dennoch ein gutes Wochenende. Ich habe den Sprint gewonnen, die Pole rausgefahren, hatte gute Zweikämpfe mit Kimi. Es fühlt sich an, als hätte ich nicht mehr machen können. Klar, bin ich jetzt ziemlich frustriert. Aber was soll ich machen.“
Der interne Mercedes-Kampf hielt die Fans in Atem. Auch Lord gab zu, die Zweikämpfe seien vielleicht ein bisschen zu spannend gewesen. „Der Blutdruck ging schon hoch.“ Russell sah das allerdings nicht als problematisch an. Seine Meinung zum Duell: „Großartig, ich hab es geliebt! Wir hatten keinen Kontakt, es war hart, eng, ich habe es geliebt – darum geht es ja beim Rennen fahren. Es wäre schön gewesen, wenn das noch 30 Runden weitergegangen wäre.“ Motorsport-Fans geht das wohl genauso, den Mercedes-Verantwortlichen vielleicht weniger …
Hinter dem Seriensieger Antonelli wird wird Lewis Hamilton (41) im Ferrari Zweiter vor Max Verstappen (28/Red Bull).

