Gerd Hofele (60) ist eine Handball-Institution. Seit 21 Jahren ist er Geschäftsführer bei Traditionsklub Frisch Auf Göppingen, sitzt zudem im Präsidium der Daikin Handball-Bundesliga. Noch zu Zweitliga-Zeiten trug er zwischen 1989 und 1992 das Trikot der Göppinger. Über Jahrzehnte drehte sich für ihn alles nur um Handball. Bis zu einem Schicksalsschlag im Februar 2022. Hofeles Lebensgefährtin Eva starb mit gerade einmal 55 Jahren – nur ein halbes Jahr nach ihrer Krebsdiagnose.
„Nach ihrem Tod habe ich zwar meinen Job weitergemacht, aber auch viel mit mir selber kämpfen müssen“, sagt Hofele zu BILD. Er fiel in ein Loch: „Gerade am Wochenende, wo ich viel mit Eva unternommen habe, war nun diese Leere. Das war eine wahnsinnig schwierige Zeit.“ Aus dieser half ihm auch ein guter Freund heraus. Er engagierte anonym einen Golflehrer für Hofele, der sich nach einigem Zögern seine ersten Stunden nahm und die Platzreife ablegte. Das war ein halbes Jahr nach Evas Tod.
Golf half ihm in der Trauer: Handball-Boss siegt für tote Freundin
Ein Wendepunkt für ihn. Das Golfen half Hofele, seine Trauer zu verarbeiten, wieder Lebensfreude zu verspüren. Erst ein Jahr später erfuhr er, von wem er den Golf-Unterricht geschenkt bekommen hatte. Dahinter steckte Gerd Butzeck (67), Freund und Funktionärskollege im Handball (kandidierte u.a. 2025 als Präsident des Handball-Weltverbandes IHF). Hofele: „Da habe ich Gänsehaut bekommen. Das war so ein emotionaler Moment, weil ich das von ihm menschlich so sensationell fand.“
Hofele auf dem legendären Golfkurs in St. Andrews
Den ehemaligen Profisportler (inzwischen Handicap 27,4) hatte da längst der Ehrgeiz gepackt. Er meldete sich 2025 für den Porsche Golf Cup an, eine Kunden-Turnierserie, organisiert vom Stuttgarter Autobauer. Hofele: „Mercedes hat die gleiche Turnierserie, aber es musste Porsche sein, weil Eva dort langjährige und leidenschaftliche Mitarbeiterin war.“ Er qualifizierte sich für das Finalturnier Mitte April in Hamburg. „Ich habe jedem erzählt, dass ich das gewinnen will, was eigentlich gar nicht meinem Naturell entspricht. Aber ich hatte eine Mission“, so der Handball-Boss. Er wollte den Sieg für Eva. Und den schaffte er, gewann die Wertung in seiner Handicap-Klasse. Sein Lohn: Nächste Woche startet er in Portugal bei den World Finals, quasi der Porsche-Golf-WM. Es ist die „Zugabe“, wie es Hofele nennt. Und der bisherige Höhepunkt seiner „Golf-Karriere“, die aus so traurigem Grund überhaupt erst begann.

