Italien und die Folgen der nächsten WM-Blamage. Durch den WM-K.o. im Play-off-Finale in Bosnien-Herzegowina (1:4 i.E.) qualifiziert sich der 4-malige Weltmeister zum dritten Mal in Folge nicht für die Fußball-WM. Für die einst so große und stolze Fußball-Nation ein Armutszeugnis. Mit der nächsten Konsequenz: Jetzt ist auch Nationaltrainer Gennaro Gattuso (48) zurückgetreten.
„Schweren Herzens, da wir unser gestecktes Ziel nicht erreicht haben, betrachte ich meine Zeit als Nationaltrainer als beendet“, wurde Gattuso in der Pressemitteilung des Fußball-Verbands zur Trennung zitiert: „Das Trikot der Azzurri ist das wertvollste Gut im Fußball, weshalb es richtig ist, von Anfang an die Weichen für zukünftige Beurteilungen zu stellen.“ Der Weltmeister von 2006 hatte den Nationaltrainer-Job erst im vergangenen Sommer übernommen.
Wer soll jetzt versuchen, Italien als Gattuso-Nachfolger wieder zu alten Erfolgen zu führen? Laut dem italienischen Journalisten Gianluca Di Marzio hat die Squadra Azzurra zwei Top-Trainer auf der Liste: Antonio Conte (56) und Massimiliano Allegri (58).
Gennaro Gattuso (48)
Conte kennt die italienische Nationalmannschaft bestens, trainierte sie schon von 2014 bis 2016. Auch Allegri wäre eine prominente Lösung. Laut Di Marzio wäre der Nationaltrainer-Job schwer abzulehnen.
Problem: Es gibt bei beiden Kandidaten einen Haken. Denn Conte steht aktuell bei Neapel unter Vertrag und Klub-Präsident Aurelio De Laurentiis ist wohl nicht bereit, ihn ziehen zu lassen. Auch Allegri ist aktuell selbst als Klub-Coach aktiv, kam erst im vergangenen Sommer zur AC Mailand mit dem Ziel, dort ein langfristiges Projekt aufzubauen.

Massimiliano Allegri (58) steht seit Sommer 2025 bei der AC Mailand an der Seitenlinie
Nach der Bosnien-Pleite wollte Gattuso die Frage nach seiner Zukunft nicht beantworten: „Es ist nicht wichtig, heute darüber zu sprechen. Wir behalten diese Leistung im Gedächtnis, aber es tut weh. Es ist eine Schande!“

Antonio Conte (56) holt in 24 Spielen als Italien-Trainer 14 Siege und kassierte 4 Pleiten
Außerdem zeigte er sich tief betroffen, kämpfte im Interview mit den Tränen. Bei „RAI“ sagt er: „Ich entschuldige mich heute, ich habe es nicht geschafft. Die Jungs haben eine solche Niederlage nicht verdient. Sie sind gelaufen, sie haben gekämpft. Ich kann ihnen nur danken. Ein solcher Schlag ist schwer zu verdauen, er tut weh. Wir wollten es für uns, für Italien, für den gesamten Sport schaffen.“
Vor Gattuso waren bereits Torwart-Legende Gianluigi Buffon (48) als Team-Koordinator sowie der Präsident des italienischen Fußballverbands (FIGC) Gabriele Gravina (72) zurückgetreten.

