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Valentina Maceri, Tochter italienischer Eltern und Moderatorin bei „Reif ist live“, kommentiert das Scheitern des viermaligen Weltmeisters in der WM-Qualifikation.

Italien ist nicht bei der WM. Schon wieder nicht. Zum dritten Mal in Folge. Der Sommer der italienischen Fans ist zerstört.

Das Schlimme an der Niederlage in Bosnien ist ja: Viele haben damit gerechnet, auch ich. Ich hatte vorher kein gutes Gefühl.

Hoffnung war natürlich da. Jeder Italiener wünscht sich nichts mehr als Italien wieder bei einer WM zu sehen. Der Koch im Restaurant meiner Eltern in Nürnberg war gestern Abend am Boden zerstört – so wie alle anderen Vollblut-Fans auch.

Italiens Scheitern ist eine Vollkatastrophe

Italien bei der WM – das wäre für eine fußballverrückte Nation der absolute Höhepunkt des Jahres gewesen. Jetzt ist dieser Traum geplatzt, eine Vollkatastrophe.

Dreimal in Folge nicht bei der WM ist kein Pech mehr, sondern Strukturversagen.

Meine Eltern und ich haben die letzten großen Zeiten des italienischen Fußballs erlebt. Maldini, Totti, Materazzi, Buffon, del Piero, Luca Toni, Pirlo, Nesta – um nur einige Namen zu nennen. Weltstars, Weltmeister. Da geriet jeder ins Schwärmen, nicht nur Italiener. Jedes Kind kannte ihre Namen, trug ihre Trikots.

Meine Mama sagte mir kürzlich, dass sie keinen aktuellen Nationalspieler kennt. Das sagt alles.

Dass wir schon über die Play-offs gehen mussten, ist schlimm genug. Die ersten 20 Minuten in Bosnien waren gut, die Rote Karte hat uns umgebracht. Dass dann mit Esposito ein 20-Jähriger den ersten Elfmeter schießen muss – in der Situation und bei dem Druck – verstehe ich nicht. Warum lässt Trainer Gattuso das zu? Da muss einer schießen mit Erfahrung, von dem er weiß, dass er ihn 1000-prozentig versenkt!

Die Nationalmannschaft war früher das Aushängeschild und der ganze Stolz des Landes. Sie gehörte zu Italien wie die Dolce Vita. Aus Dolce Vita, dem süßen Leben, ist la vita da incubo geworden, der Albtraum. Zumindest was den Fußball betrifft. Wir sind keine Fußballnation mehr.

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