Nachträgliche Silbermedaille für Martin Schulz (36)! Knapp zwei Jahre nach den Paralympischen Spielen in Paris rückt der Triathlet von Platz 3 auf Platz 2 vor – weil sein brasilianischer Mitstreiter Ronan Nunes Cordeiro (29) des Dopings überführt wurde.
Schon im Rahmen des Wettbewerbs war der ursprünglich Zweitplatzierte Cordeiro positiv getestet worden. In seiner Probe fanden die Verantwortlichen Rückstände eines anabolen Steroids und leiteten Anklage ein. Ein Einspruch des Brasilianers wurde jetzt vom unabhängigen Anti-Doping-Tribunal des internationalen paralympischen Komitees abgelehnt und sein Ergebnis annulliert. Ob Cordeiro gesperrt wird oder weitere Konsequenzen folgen, soll noch entschieden werden.
Nächste Medaille in der Sammlung von Schulz
Freuen darf sich darüber mit Martin Schulz jetzt einer der erfolgreichsten deutschen Para-Sportler. Seit seiner Geburt fehlt dem Leipziger der linke Unterarm, was ihn nie von einer großen Sport-Karriere abhielt. 2012 wechselte er vom Schwimmen zum Triathlon, wurde dort in seinem ersten Jahr sofort Europameister und wiederholte diesen Erfolg bis 2025 weitere elfmal. Neben drei Weltmeistertiteln feierte Schulz mit jeweils einer Goldmedaille bei den Paralympics in Tokio 2021 und Rio de Janeiro 2016 die bislang größten Erfolge seiner Laufbahn.
Seine Leistungen führten dazu, dass er 2024 in Paris die deutsche Delegation bei der Eröffnungsfeier gemeinsam mit Kanutin Edina Müller als Fahnenträger anführen durfte. Seine dort gewonnene Bronzemedaille kann Schulz jetzt gegen eine silberne eintauschen. Eine große Feier wird es nachträglich aber eher nicht geben. „Ich hatte in Paris ja trotzdem einen Medaillen-Moment, durfte die Siegerehrung genießen. Ob Silber oder Bronze, macht da vielleicht gar keinen so großen Unterschied – es war schließlich kein Gold“, verriet Schulz der Leipziger Volkszeitung.
