Die Veolia Towers nahmen ihren kleinsten Spieler in die Mitte und feierten. Nur vier Tage nach dem 92:101 in Trier revanchierten sich Hamburgs Basketballer gegen den Überraschungsaufsteiger – und machten durch das 90:72 (48:41) im Nachholspiel einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt in der Easycredit BBL. Dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung, bei der Ross Williams (25) herausstach. Der nur 1,78 Meter „große“ Ami lief heiß und machte nach einer Reihe unauffälliger Auftritte sein bestes BBL-Spiel für die Türme: 27 Punkte, sechs verwandelte Dreier – persönlicher Rekord!
„Wir haben heute das Spiel diktiert und sie gezwungen, so zu spielen, wie WIR es wollen“, sagte Williams. „Ich habe einfach immer weitergearbeitet. Ich glaube an meinen Wurf und meine Mannschaftskameraden und Trainer waren immer super positiv. Dann ist es nur eine Frage der Zeit.“
BBL: Hamburg Towers gelingt Blitz-Revanche gegen Trier: Großer Schritt mit kleinem Ross
Die ursprüngliche Partie war im Januar wegen des Schnee-Chaos in Hamburg ausgefallen. Durch die Neuansetzung ergab sich so nun die kuriose Situation, dass die Kontrahenten, wie in den Play-offs zweimal in fünf Tagen gegeneinander ran mussten. Allerdings beide nicht vollzählig: Die Hamburger mussten ohne ihre beiden Türme Zacharie Perrin (21/Handbruch) und Martin Breunig (34/Muskelfaserriss im Oberschenkel) auskommen. Bei den Gästen hatte sich am Mittwoch Steven Ashworth (25/Außenbandriss im Knöchel) verletzt. Konsequenz: Der Überraschungsaufsteiger musste ohne etatmäßigen Aufbauspieler auskommen.
Die Towers machten die Ausfälle besser wett. „Es war ein bisschen mehr Wille und Bereitschaft“, sagte Kapitän Benedikt Turidic (29), der sich unter dem Korb intensiv mit Maik Zirbes (36) behakte. „Wir haben einen kleinen Vorteil daraus, dass wir das ganze Jahr über europäisch gespielt haben und wissen, wie wir mit Müdigkeit zu spielen haben. Ich bin unglaublich stolz auf die Mannschaft.“
Die Towers erwischten vor 3220 Fans den besseren Start, waren bissiger als im Hinspiel – und glichen die fehlende Länge und Physis unter dem Korb durch Einsatz aus. Trier tat sich dagegen schwerer. Im Hinspiel hatten die Gladiators 52 Prozent ihrer Distanzwürfe getroffen. Diesmal war es mit 23 Prozent nicht mal die Hälfte davon.
Zu Beginn des zweiten Viertels führten die Hanseaten zum ersten Mal zweistellig (31:21/13.). Und konnten einen Lauf der Gäste kurz vor der Halbzeit noch mal kontern. Nach der Pause konnten die Towers ihren Vorsprung bis auf 21 Punkte ausbauen (66:45/26.). Wesentlichen Anteil daran hatte Williams, der im dritten Viertel elf Punkte auflegte! Die Türme verteidigten weiter stark und schraubten ihre Führung bis auf +24 aus (78:54/32.). Zu viel für Trier, um nochmal zurückzukommen. Bester Gladiator: Jordan Roland (29) mit 19 Punkten.
„Wir haben mehr investiert“, analysierte Towers-Trainer Benka Barloschky (38) nach dem sechsten Heimsieg. „Das zahlt sich am Ende aus. Das ist die Grundlage. Manchmal ist das so, dass diese Kleinigkeiten, wenn du sie aufeinanderstapelst, große Sachen werden.“ Bestes Beispiel: Der 1,78 Meter „große“ Williams.

