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Der SC Magdeburg hat das Mega-Duell in der Handball-Champions-League gegen den FC Barcelona mit 29:36 verloren. Somit hat der Tabellenführer der Bundesliga den Gruppensieg vor dem letzten Spieltag nicht mehr in der eigenen Hand. Für Barcelona ist es der erste Sieg in Magdeburg seit über 20 Jahren. Der entscheidende Mann: Dika Mem!

Foto: Dyn

Die Ausgangslage vor dem Kracher-Spiel war klar: Gewinnt Magdeburg, ist der Gruppensieg sicher. Die zweitplatzierten Spanier, die ebenfalls schon für das Viertelfinale qualifiziert sind, hätten dann drei Punkte Rückstand bei nur noch einem Gruppenspiel. Gewinnt der Gast, hat der SCM den Gruppensieg jedoch nicht mehr in der eigenen Hand. Mit von der Partie: Superstar Dika Mem! Der Franzose, der 2027 zu den Füchsen Berlin wechseln wird, hatte nach einer Oberschenkelverletzung kurz vor dem Spiel grünes Licht für einen Einsatz bekommen. SCM-Trainer Bennet Wiegert hatte seine Mannschaft im Vorfeld heiß gemacht: Es gehe nicht nur um den Gruppensieg, sondern auch um Prestige! Seit Dezember 2005 hatte der FC Barcelona kein Spiel mehr in Magdeburg gewinnen können.

Superstar Mem anfangs nur auf der Bank

Zu Spielbeginn nimmt Dika Mem nach seiner Rückkehr in den Kader jedoch erstmal auf der Bank Platz. Standesgemäß startet die Partie mit einer Szene zum Staunen: SCM-Keeper Sergey Hernandez hält erst bockstark gegen Luis Frade, wirft den Ball dann aber direkt in die Hände von Aleix Gomez, der das erste Tor des Abends erzielt. Nach Felix Claars Ausgleich holt sich SCM-Star Omar Ingi Magnusson, anders als mehrfach in den letzten Wochen, direkt Sicherheit und verwandelt seinen ersten Siebenmeter. Barcelonas Europameister im Tor, Emil Nielsen, zeigt danach jedoch auch sein Können: Nach zwei Paraden und schnellen Gegenstößen können die Spanier nach 10 Minuten erstmals in Führung gehen (4:3). Sein Pendant, Sergey Hernandez, der im Sommer aus Magdeburg ausgerechnet zum Gegner Barcelona wechseln wird, glänzt ebenfalls: Er trifft kurze Zeit später ins verwaiste Tor der Spanier – 6:5, Partie gedreht! Es entwickelt sich sofort ein packendes Hin und Her. Schließt der SCM ab, versucht der Rekordsieger der Champions League in Höchstgeschwindigkeit den direkten Gegenstoß – darauf muss sich Magdeburg erstmal einstellen. Nach 19 Minuten betritt Dika Mem beim Stand von 10:11 erstmals die Platte. Der Franzose trifft direkt und übernimmt die Kontrolle: In Unterzahl blickt er auf die Uhr und weist seine Mitspieler dazu an, etwas Zeit herunterzuspielen. Beim 12:14 nimmt SCM-Trainer Bennet Wiegert dann seine erste Auszeit – er ist nicht zufrieden. Gegenüber Kreisläufer Magnus Saugstrup macht er deutlich: „Ich möchte jetzt, dass du unser Spiel spielst.“ Insgesamt kommen die Spanier bis zu diesem Zeitpunkt zu oft bis an den Kreis durch – das bemängelt auch Wiegert. Nach einem Blitz-Konter, den Mem im Alleingang robust mit vollem Körpereinsatz stoppt, fordern die Magdeburger lautstark eine Zeitstrafe, die jedoch ausbleibt. Nun kochen die Emotionen in der Getec-Arena hoch! Durch Tim Hornke gelingt dem SCM noch vor der Pause der 16:16-Ausgleich – die Halle steht Kopf! Den zwischenzeitlichen Drei-Tore-Rückstand egalisiert der Bundesliga-Tabellenführer damit.

Handball-Champions-League: Barcelona kocht Magdeburg ab

Nach dem Seitenwechsel erwischt der Rekordchampion den besseren Start: Timothey N’Guessan trifft nach 34 Minuten zum 20:18. Bester Mann auf Seiten des Elbe-Klubs ist bis dato Felix Claar: Der Schwede kommt nach 35 Minuten auf starke fünf Treffer. Doch der Gast liegt nun konstant mit einem oder zwei Treffern in Front, ehe Tim Hornke eine Viertelstunde vor Schluss zum 26:26 ausgleicht. Die Lage könnte spannender nicht sein: Beide wollen den Erfolg, den Gruppensieg und das Prestige – wie von Wiegert vorhergesagt. Zehn Minuten vor Ende greift auch Dika Mem, der seit der Halbzeit draußen saß, wieder ins Geschehen ein. Nach 53 Minuten holt er sich hinten selbst den Ball, sprintet nach vorne und trifft zum 31:29. Auch den nächsten SCM-Angriff fängt der Superstar ab: Barcelona stellt auf 32:29, Mem spielt seine Klasse aus! Der SCM geht nun ins Risiko, hat aber kein Glück mehr. Am Ende gewinnt Barcelona das Top-Duell in Magdeburg nach einem 7:0-Lauf deutlich mit 36:29 und kann den Gruppensieg am letzten Spieltag klarmachen. Doch auch der SCM ist für das Viertelfinale qualifiziert.

„Der 7:0-Lauf tut weh und den kann ich so auch nicht akzeptieren“, ärgert sich Bennet Wiegert. „Das Ergebnis ist am Ende viel zu hoch und das liegt mehr an uns als an Barcelona. Wer mein Mindset kennt, weiß, dass das Verlieren nicht unbedingt meins ist. Egal, ob das ein KO-Spiel ist und ausschlaggebend für das weitere Abschneiden in der Champions League. Es fühlt sich beschissen an.“ Nach der 29:31-Pleite gegen Kiel in der Bundesliga ist es erst Magdeburgs zweite Niederlage in der kompletten Saison. Am Sonntag (15 Uhr) wartet in der Bundesliga bereits der TSV Hannover-Burgdorf.

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