Den großen Angstgegner besiegt! Der TVB Stuttgart gewinnt am Donnerstagabend sensationell in der Daikin Handball-Bundesliga mit 32:27 gegen Rekordmeister THW Kiel. Der erste (!) Sieg im 22. Duell der beiden Teams in der HBL. Für einen Stuttgarter ist es ein zudem ganz, ganz besonderer Abend.
Das erste Tor im Spiel – gleich ein historisches! Um exakt 19.02 Uhr: Stuttgarts Kai Häfner (36) knallt nach 51 Sekunden Spielzeit das 1:0 rein. Das 2000. (!) Feldtor seiner Karriere in der HBL. Das haben vor ihm nur drei andere geschafft. Kyung-Shin Yoon, Holger Glandorf und Christian „Blacky“ Schwarzer. Dyn-Kommentator Markus Götz: „Das sind ganz große Namen, und er gehört da definitiv dazu!“
Stuttgart besiegt Kiel: Handball-Star Kai Häfner wirft historisches Bundesliga-Tor
Häfner spielt in der Form seines Lebens, ist nach Welthandballer Mathias Gidsel der zweiterfolgreichste Torschütze in der Liga. Götz dazu: „Gidsel zählt ja nicht. Der ist außerirdisch.“ Und Stuttgarts Torben Matzke schwärmt vom Stuttgart-Oldie: „Sehr schön zu sehen, was er noch für eine Power an den Tag bringt. Hoffe, dass er die Form noch lange halten kann.“
Nach der Sensations-Pleite letztes Wochenende zu Hause gegen Gummersbach (26:34), der höchsten Heim-Niederlage seit 47 (!) Jahren, musste Kiel am Dienstag in der Champions League gegen Irun (Spanien) ran und zog mit einem Sieg ins Viertelfinale ein. Jetzt soll keine 48 Stunden später die nächste Gummersbach-Revanche folgen. Allerdings fallen Eric Johansson und Lukas Laube aus – beide liegen krank flach.
Nach dem frühen historischen Häfner-Tor sind die Gäste am Drücker, liegen in der 20. Minute mit 10:7 vorn. THW-Kapitän Domagoj Duvnjak spielt mit einem riesigen Loch unter dem rechten Arm, weil es ihm ein Gegenspieler bei einem Zweikampf zerrissen hat. Dyn-Kommentator Götz lacht: „Das Ding ist im Eimer. Aber die Nummer ist vorn und hinten noch zu lesen. Das ist das Wesentliche.“
Kurios: Die Schiedsrichter schauen sich das letzte Stuttgarter Tor vor der Halbzeitsirene auf dem Monitor an. War der Ball vor dem Signal drin? Oder nicht? Nach mehreren Zeitlupen ist klar: Kein Tor! Kiel geht mit 16:14 in die Kabine.
Dann passiert DAS: Mit einem 8:2-Lauf um 27:21 leiten die Stuttgarter die Sensation ein (50.). Kiel – wie gegen Gummersbach – plötzlich völlig von der Rolle. Dyn-Kommentator Götz fragt sich: „Was passiert hier mit Kiel?“ Nach neun Minuten ohne Tor macht Hendrik Pekeler das 22:28 (53.). Nur Ergebniskosmetik! Denn Stuttgart schreibt doppelt Handball-Geschichte!
Pekeler nach dem Spiel bei Dyn: „Wir wussten, dass es hier unheimlich schwierig ist. Aber dass wir wieder einmal so den Faden in der zweiten Halbzeit verlieren, ist nicht erklärbar. Das ist zu wenig.“

