So schön wie der Jubel beim Sieg vor zwei Wochen gegen den SC Magdeburg war, so groß war das Entsetzen beim THW Kiel nach der Niederlage daheim gegen den VfL Gummersbach in der Handball-Bundesliga. Nach dem 26:34 und dem Abrutschen auf Platz 5 ist die Champions League wieder in höchster Gefahr.
Kapitän des THW Kiel spricht von kollektivem Blackout
THW-Kapitän Domagoj Duvnjak richtete nach der blamablen zweiten Halbzeit, in der der THW einen 0:7-Lauf hinlegte, deutliche Worte an seine Mannschaft: „Es gibt keine Entschuldigung. In der zweiten Halbzeit war es ein Blackout der gesamten Mannschaft.” Das verletzungsbedingte Fehlen von Emil Madsen (Knorpelschaden) und Elias Ellefsen á Skipagötu (Schulter) mochte er nicht als Ausrede gelten lassen.
Trainer Filip Jicha analysierte: „Uns hat der bedingungslose Wille gefehlt. Weder im Sechs-gegen-Sechs, noch im Sieben-gegen-Sechs. Da machen wir dann einfach zu viele technische Fehler, die uns gekillt haben. Danach hatte Gummersbach das Spiel fest im Griff, auch weil heute die Ausfälle derjenigen, von denen wir abhängig sind, zu viel waren. Wir sind jetzt in der Phase, wo wir uns hinsetzen müssen, in die Augen schauen und sagen müssen, dass das heute zu wenig war. Der VfL hat das Spiel zu Recht dominiert, und wir müssen diese Niederlage, diesen Schlag ins Gesicht akzeptieren, den Mund abwischen und es am Dienstag besser machen.“ Dann startet die Rückrunde in der Europapokal-Hauptrunde gegen Irudek Bidasoa Irun (Spanien).
Der VfL Gummersbach liegt als Sechster nur noch einen Punkt hinter dem THW Kiel. Trainer Gudjon Valur Sigurdsson: „Ich bin heute fast sprachlos, auch wenn ich unglaublich stolz und glücklich bin, dass wir hier gewonnen haben und wie dieser Sieg zustande kam.“

