Die Füchse Berlin verlieren ihr Champions-League-Duell gegen Industria Kielce mit 31:33 – und einer erlebt dabei einen besonders nervigen Abend: Welthandballer Mathias Gidsel (27).
Der dänische Ausnahmespieler wird ab der 18. Minute komplett aus dem Spiel genommen, denn Kielces Trainer‑Schlitzohr Talant Dujshebaev (57) greift tief in die Taktik-Kiste und ordnet eine Manndeckung gegen den Füchse-Star an. Eine Maßnahme, die man im Profihandball fast nie sieht – und die Gidsel bekanntlich hasst. Bewacher, Frankreichs Nationalspieler Dylan Nahi (26), hängt ihm fortan förmlich an den Schnürsenkeln (SPORT BILD berichtete). Zwar macht Gidsel zehn Tore, doch das Spiel gewinnt Kielce, weil seine Füchse-Kollegen schlecht treffen.
Welthandballer Gidsel verrät: „Das hat er mir während der Manndeckung wirklich erzählt“
Immer wieder sieht man Nahi und Gidsel in der Manndeckung hart rangeln, dann stehen sie plötzlich schwatzend an der Mittellinie, manchmal am Spielfeldrand. Nanu? Was haben die sich da zu sagen? Nach dem Spiel verrät Gidsel: „Ich kenne Nahi schon aus den ganzen Jugendnationalmannschaften. Wir haben immer mit 15 Toren gegen die Franzosen verloren, die waren damals mit Nahi und Prandi nicht zu schlagen. Daher weiß ich, dass er immer aufs Mentale geht und ständig mit einem sprechen will. Ich habe da immer versucht zu grinsen, im mentalen Duell.“
Nicht immer wurde nur gesprochen: Mathias Gidsel (l.) und Dylan Nahi auch mal handgreiflich
Gidsel lächelt sich seinen Bewacher vom Hals. Hat nicht immer funktioniert. Er verrät nach der Partie, worüber sich die beiden in der Manndeckung noch austauschten: „Wir haben über die alten Duelle gesprochen und wie es früher war, als wir aufeinander getroffen sind, und wie unfassbar es ist, dass wir jetzt hier auf dem Parkett stehen und immer noch gegeneinander spielen.“
Manndeckung ist so ziemlich das Schlimmste, was man dem Welthandballer Gidsel in einem Spiel antun kann: „Es ist ein bisschen langweilig, da nur an der Mittellinie rumzustehen und den Kollegen zuschauen zu müssen, wie sie versuchen, das zu lösen. Ich will immer mitmachen.“


