Was für ein Abstiegskrimi unter der Wartburg: Der ThSV Eisenach verspielt in der Daikin Handball-Bundesliga einen sicher geglaubten Sieg gegen den HC Erlangen, rettet sich am Ende in höchster Not zu einem 25:25 (13:10)-Remis.
Doch von vorn: Das Spiel begann verhalten, knapp viereinhalb Minuten mussten die 2850 Fans in der wieder einmal ausverkauften Werner-Assmann-Halle warten, ehe überhaupt ein Tor fiel. Und das erzielte natürlich ein Eisenacher: Tillmann Leu schraubte sich in die Luft und hämmerte den Ball zur ersten Führung in die Maschen.
Sorgen mussten sich die Fans dann um den Torschützen machen, der das eigene Tor gegen Marek Nissen verteidigen wollte, hart auf dem Parkett aufkam und danach lange in der Kabine behandelt werden musste.
Handball: Erlangen holt Punkt in der Festung Eisenach
Es war eine hart geführte Partie, bei der die Abwehrreihen dominierten. Die ersten zehn Minuten warfen sich bei den Erlangern nur Sander Andreassen Øverjordet und Marek Nissen mit jeweils zwei Treffern warm. Da stand es 4:4 – und in der Folge setzten die Gastgeber zu ihrem ersten Höhenflug an. Vincent Büchner, Gian Attenhofer, Max Beneke und Peter Walz sorgten vorn für vier Tore, hinten parierte der Hexer im ThSV-Kasten, Matija Spikic, einen Erlanger Ball nach dem anderen, 8:4 (16.).
Bis zur Pause hielten die Hausherren diesen Vorsprung konstant. Allerdings ohne dabei offensiv zu glänzen, ganz im Gegenteil. Nur fünfmal setzte sich die Eisenacher Offensive noch durch; hinten aber war für den HCE kaum ein Durchkommen: 13:10 für den ThSV zur Pause.
Die zweite Halbzeit begann dann für Eisenach optimal. Felix Aellen mit zwei Toren und Vincent Büchner schraubten den Vorsprung auf ein beruhigendes 16:12 nach oben. Doch die Erlanger gaben sich nicht geschlagen, blieben immer auf Schlagdistanz – und rückten dem ThSV immer weiter auf die Pelle.
Nach 52 Minuten kippte die Partie. Nissen brachte die Kugel zum 22:22 unter. Es war der erste Ausgleich seit dem 4:4 in der achten Minute. Danach versagten Attenhofer die Nerven, er verpasste die Führung von der Außenbahn – und auf der anderen Seite erzielte Christopher Bissel die erste Führung für die Franken in dieser Partie überhaupt.
Jetzt wurde es zum Nervenspiel. Mit 23:23 ging es in die Crunchtime. Und da schenkten sich beide Mannschaften nichts. Mit Haken und Ösen wurde jeder Zweikampf geführt – der mentale Vorteil lag aber längst bei den Gästen aus Erlangen, die das Spiel gedreht hatten. 52 Sekunden vor dem Ende warf Aellen das 25:25 – doch Erlangen war in Ballbesitz. Øverjordet verpasste acht Sekunden vor der Sirene die Entscheidung zugunsten der Gäste. Jetzt war Eisenach nochmal am Zug – doch auch Peter Walz verfehlte mit seinem Versuch das Tor.
Für den HC Erlangen geht es mit dem Heimspiel gegen Minden am Samstag, 7. März (16.30 Uhr) weiter, der ThSV Eisenach muss am Montag, 9. März (19 Uhr) in Göppingen ran.

